Deutsche Meisterin über 200 Meter: TUM-Studentin Svenja Pfetsch sprintet in Dortmund zu Gold
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Spitzensport und Wissenschaft auf höchstem Niveau: Svenja Pfetsch, Masterstudentin im Studiengang Health Science an der Technischen Universität München, ist neue Deutsche Hallenmeisterin über 200 Meter. Die Studentin des Departments verbindet ihr Studium mit Leistungssport – und seit Oktober 2023 zudem mit einer Tätigkeit als studentische Mitarbeiterin an der Professur für Bewegung, Ernährung und Gesundheit von Prof. Dr. Karsten Köhler.
Ihren Bachelorabschluss in Sportwissenschaften hat sie bereits an der TUM absolviert, aktuell studiert sie im ersten Semester des Masterstudiengangs Health Science. Die wissenschaftliche Perspektive auf Trainingssteuerung, Regeneration und Leistungsentwicklung begleitet sie damit ebenso selbstverständlich wie der tägliche Trainingsbetrieb auf der Leichtathletik-Bahn.
„Die Kombination aus Studium, Leistungssport und meiner Tätigkeit an der Professur erfordert ein sehr gutes Zeitmanagement“, sagt Pfetsch. „Mir hilft sehr, dass die Arbeit hier flexibel gestaltet werden kann. Wenn große Wettkämpfe anstehen, kann ich meine Stunden als Hilfskraft entsprechend anpassen oder in den Semesterferien nachholen. Auch Trainingslager oder intensivere Wettkampfphasen lassen sich so gut organisieren.“ Gleichzeitig sei viel Eigenverantwortung gefragt. „Ich habe keinen Bundeskaderstatus, dadurch gibt es von universitärer Seite weniger formale Unterstützungsstrukturen. Umso wichtiger ist es, selbst strukturiert zu planen. Von der Professur – insbesondere von Prof. Köhler – erfahre ich aber große Unterstützung und viel Verständnis.“
Prof. Köhler unterstreicht diese besondere Doppelrolle: „Svenja Pfetsch überzeugt nicht nur durch ihre sportlichen Leistungen, sondern auch durch ihre wissenschaftliche Arbeitsweise. Sie arbeitet sehr strukturiert, reflektiert und zuverlässig. Dass sie Studium, Forschungstätigkeit und Spitzensport auf diesem Niveau miteinander verbindet, verdient höchsten Respekt.“
Überraschungssieg mit persönlicher Bestleistung
Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund gelang Pfetsch nun ihr bislang größter Einzelerfolg. In 23,52 Sekunden gewann sie das Finale über 200 Meter – und verbesserte ihre bisherige Hallen-Bestleistung von 23,67 Sekunden deutlich.
„Der Titel kam für mich schon sehr überraschend“, sagt sie rückblickend. „Ich war als Vierte der Meldeliste angereist. Natürlich hofft man dann auf eine Medaille, aber mit dem Sieg hätte ich wirklich nicht gerechnet.“
Dass sie in Topform war, zeichnete sich bereits am Vortag ab: Über 60 Meter lief sie zweimal persönliche Bestleistung. „Da wusste ich, dass ich gut drauf bin und dass die 23,67 Sekunden aus diesem Winter noch nicht das Ende sein müssen. Trotzdem war die Konkurrenz extrem stark – vor allem mit Jessica-Bianca Wessolly, die international erfahren ist und in diesem Jahr schon sehr schnell gelaufen ist. Deshalb habe ich versucht, mich nicht auf Zeiten oder Platzierungen zu fixieren, sondern ganz bei meinem eigenen Lauf zu bleiben und mir keinen zusätzlichen Druck zu machen.“
Diese Fokussierung zahlte sich aus. Pfetsch setzte sich knapp gegen die Titelverteidigerin Jessica-Bianca Wessolly (23,60 Sekunden) durch. Bronze ging an Daria Peter (23,77 Sekunden). Besonders die neue persönliche Hallenbestzeit hat für sie ein großes sportliches Gewicht: „Draußen bin ich zwar schon schneller gewesen, aber Halle und Freiluft kann man nicht direkt vergleichen. Deshalb freut mich diese Zeit unter Hallenbedingungen besonders.“
Blick auf die Sommersaison und internationale Ziele
Mit Blick auf die Freiluftsaison formuliert Pfetsch zwar recht ambitionierte, aber durchaus realistische Ziele: „Unter 23 Sekunden draußen ist für mich absolut vorstellbar.“ Für den Bundeskaderstatus wäre in diesem Jahr über 200 Meter eine Zeit von 22,85 Sekunden erforderlich – ein klares Leistungsziel, das zusätzliche Perspektiven eröffnen würde.
Die nächsten Stationen sind bereits definiert: die Deutschen Meisterschaften im Sommer in Bochum, wo sie über 200 Meter sowie mit der Staffel erneut um Medaillen kämpfen möchte, und die Europameisterschaften Anfang August in Birmingham. „Ich bin gespannt, was die Saison noch bringt. Der Winter war auf jeden Fall ein wichtiger Schritt.“
Wissenschaft und Leistungssport als wechselseitige Inspiration
Für die TUM steht Svenja Pfetsch exemplarisch für die Verbindung von akademischer Ausbildung und sportlicher Spitzenleistung. Ihr Studium im Bereich Health Science sowie ihre Mitarbeit an der Professur ermöglichen ihr eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Trainings- und Ernährungsstrategien, Regenerationsprozessen und Leistungsdiagnostik. Gleichzeitig fließen ihre praktischen Erfahrungen aus dem Hochleistungssport unmittelbar in die wissenschaftliche Arbeit ein.
Der Deutsche Meistertitel über 200 Meter ist damit nicht nur ein persönlicher Triumph, sondern auch ein sichtbares Zeichen dafür, wie eng Wissenschaft und Leistungssport an der TUM miteinander verzahnt sein können.
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Kontakt:
Prof. Dr. Karsten Köhler
Professur für Bewegung, Ernährung und Gesundheit
Am Olympiacampus 11
80809 München
Tel.: 089 289 24488
E-Mail: karsten.koehler(at)tum.de
Text: Dr. Romy Schwaiger
Fotos: David Arvando / fotojhoffmann / Andreas Heddergott, TUM