kidsTUMove Wintercamp 2026: Bewegung, Wissenschaft und Stärke für Kinder mit Herzerkrankungen
Betriebseinheit für Angewandte Sportwissenschaft |
Semesterbegleitende Vorbereitung an der TUM
Die Grundlage des Camps bildete eine strukturierte, semesterbegleitende Lehrveranstaltung. Studierende der Sport- und Gesundheitswissenschaften erarbeiteten unter der Leitung von Dr. Nicola Stöcker und Dr. Christina Sitzberger, beide Mitarbeiterinnen der BE Angewandte Sportwissenschaft, alle Programmbestandteile: krankheitsspezifische Trainingsplanung, Konzeption sportmotorischer Testverfahren, standardisierte Protokolle zur Vitalparametererhebung sowie gesundheitsbezogene Workshops. Theoretische Grundlagen aus Trainings- und Bewegungswissenschaft, Medizin und Gesundheitspsychologie wurden dabei konsequent mit praxisorientierter Projektarbeit verknüpft.
Wissenschaftliche Feldarbeit im alpinen Setting
Im Ultental wurde die Vorbereitung in ein realitätsnahes Feldsetting überführt. Neben der individuell angepassten sportpraktischen Begleitung beim Skifahren erfolgten die Erhebung von Vitalparametern auf unterschiedlichen Höhenmetern, sportmotorische Testungen zur Evaluation körperlicher Leistungsfähigkeit sowie die Erfassung subjektiver Belastung und wahrgenommener Lebensqualität. Die gewonnenen Daten dienen der kontinuierlichen Evaluation und Weiterentwicklung evidenzbasierter Bewegungsprogramme für diese Zielgruppe.
Interdisziplinärer Ansatz: Medizin, Sportwissenschaft und Pädagogik
Ein zentrales Merkmal des Camps war die enge Verzahnung von medizinischer Sicherheit, sportwissenschaftlicher Expertise und pädagogischer Begleitung. Medizinisches Fachpersonal war durchgehend vor Ort; die sportwissenschaftliche Betreuung sicherstellte eine individuelle Belastungssteuerung und begleitende Leistungsdiagnostik. Altersgerechte Workshops zu Herzgesundheit, Atmung, Fitness, Entspannung und Erste Hilfe vermittelten gesundheitliche Grundkompetenzen – ergänzt durch Reflexionsangebote zu gesundheitsrelevantem Verhalten in geschütztem Rahmen.
Beobachtbare Effekte: Physisch und psychosozial
Im Verlauf der Woche zeigten sich messbare und beobachtbare Fortschritte: in Motorik, Körperwahrnehmung und kardiopulmonaler Belastbarkeit ebenso wie in Selbstwirksamkeit, Krankheitsakzeptanz und Bewegungsmotivation. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial strukturierter Bewegungsprogramme, physische und psychosoziale Ressourcen bei Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen gezielt zu fördern.
Transfer: Lehre, Forschung und gesellschaftliche Verantwortung
Das Wintercamp steht exemplarisch für das Leitbild der TUM, exzellente Forschung, innovative Lehre und gesellschaftliches Engagement wirkungsvoll zu verbinden. Studierende erwerben praxisnahe Kompetenzen im Umgang mit vulnerablen Zielgruppen; gleichzeitig werden wissenschaftliche Erkenntnisse generiert, die direkt in die Weiterentwicklung spezialisierter Programme einfließen – ein nachhaltiges Modell an der Schnittstelle von Universität und Gesellschaft.