Neue Studie im Journal of Alzheimer’s Disease Reports veröffentlicht
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache von Demenz und geht mit einem fortschreitenden Verlust kognitiver Fähigkeiten sowie zunehmenden Schwierigkeiten bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben einher. Auch motorische Symptome wie Defizite der Handmotorik können auftreten. Da die frühbeginnende Alzheimer-Krankheit (EOAD, Symptombeginn < 65. Lebensjahr) im Vergleich zur spätbeginnenden Alzheimer-Krankheit (LOAD, Symptombeginn ≥ 65. Lebensjahr) häufig als aggressiver beschrieben wird, hängt auch das Ausmaß motorischer Symptome möglicherweise vom Erkrankungsalter ab.
Unsere Studie zeigte bei Personen mit Alzheimer-Krankheit signifikant reduzierte Schreib- und Handbewegungsfrequenzen; das Erkrankungsalter hatte hierauf keinen Effekt. Auffällig war der Zusammenhang mit der Alltagsperformanz, die über den Jebsen-Taylor-Handfunktionstest erfasst wurde: Nur bei EOAD, jedoch nicht bei LOAD zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Handmotorik und der Performanz in simulierten Alltagsaufgaben. Die globale kognitive Leistungsfähigkeit (Mini-Mental-Status-Test) korrelierte weder bei EOAD noch bei LOAD mit der Alltagsperformanz.
Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass kinematische Analysen Defizite der Handmotorik bei der Alzheimer-Krankheit sensitiv erfassen können und dass sich EOAD und LOAD zwar nicht hinsichtlich des Ausmaßes der handmotorischen Defizite unterschieden, wohl aber darin, wie stark diese sich auf Aktivitäten des täglichen Lebens auswirken.
Stetter, L., Wolski, L., Grimmer, T., Diehl-Schmid, J., & Hermsdörfer, J. (2025). Hand motor function of patients with early- and late-onset Alzheimer's disease and its relation to activities of daily living. Journal of Alzheimer's Disease Reports, 9, 25424823251385512. https://doi.org/10.1177/25424823251385512