Erasmus+ Projekte
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MitarbeiterinChristina Sitzberger |
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MitarbeiterinNicola Stöcker |
Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von Bildung, Jugend und Sport – und ermöglicht europaweit Kooperationen, die Menschen unterschiedlicher Hintergründe und Länder zusammenbringen. An der Angewandten Sportwissenschaft und am Lehrstuhl Präventive Pädiatrie sind aktuell zwei solcher Projekte mit angesiedelt: KTM und Sport4E.
Beide Projekte verfolgen ein gemeinsames Ziel: Sie schaffen eine nachhaltige europäische Plattform, die Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen länderübergreifend vernetzt, neue Perspektiven eröffnet und den Austausch zwischen Organisationen, Fachkräften und sportlichen Initiativen fördert.
Ein besonderes Anliegen ist dabei die ganzheitliche Förderung junger Menschen im Sport – nicht nur in ihrer sportlichen Entwicklung, sondern auch beim Aufbau beruflicher Perspektiven und Karrierewege. So leisten die Projekte einen nachhaltigen Beitrag zu sozialer Teilhabe, europäischer Vernetzung und der langfristigen Förderung von Gesundheit, Bildung und Sport.
Dr. Nicola Stöcker und Dr. Christina Sitzberger engagieren sich aktiv in beiden Projekten – beim Projekt KTM goes Europe als Lead-Organisation und bei Sport4E als Projektpartner. Mit ihrer fachlichen Expertise gestalten sie die Umsetzung der jeweiligen Projektziele maßgeblich mit und setzen wichtige Impulse für die internationale Zusammenarbeit.
Bewegung als Schlüssel zur Teilhabe
Im Rahmen des Erasmus+ Programms leitet das Department Health and Sport Sciences der Technischen Universität München das transnationale Projekt KTM – kidsTUMove goes Europe – cordially fit. Ziel ist es, inklusive, gesundheitsförderliche Bewegungs- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen oder psychischen Belastungen europaweit zu entwickeln, zu erproben und nachhaltig zu etablieren.
Chronisch erkrankte Kinder und Jugendliche sind im organisierten Sport häufig unterrepräsentiert – strukturelle Barrieren, Unsicherheiten im Umgang mit gesundheitlichen Besonderheiten und fehlende Angebote erschweren ihre Teilhabe. KTM baut auf dem seit 2007 erfolgreich laufenden kidsTUMove-Programm der TUM auf, das Bewegung, Selbstwirksamkeit und Lebensqualität betroffener junger Menschen durch wissenschaftlich fundierte Konzepte fördert.
Ziele und Arbeitsfelder
- Förderung von Lebensqualität, Gesundheit und psychosozialer Resilienz chronisch erkrankter Kinder durch Bewegung und Sport
- Entwicklung eines evidenzbasierten Trainingshandbuchs für Übungsleitungen und Trainer*innen – mit praxisnahen Anleitungen, krankheitsspezifischen Schulungsinhalten und konkreten Bewegungsideen
- Aufbau eines barrierearmen Webportals, das niederschwellig über Angebote informiert, Vernetzungsräume schafft und Familien unterstützt
- Stärkung der internationalen Vernetzung von Fachkräften, Sportorganisationen und pädagogischen Einrichtungen in fünf Partnerländern: Deutschland, Griechenland, Spanien, Italien und Portugal
Der interdisziplinäre Ansatz verbindet Bewegung, Gesundheitswissen und Selbstwirksamkeit – und berücksichtigt dabei die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den beteiligten Ländern. Alle entwickelten Ressourcen sind darauf ausgelegt, über die Projektlaufzeit hinaus sichtbar zu bleiben und in bestehende Aus- und Weiterbildungen einzufließen.
Das Manual – ein zentrales Projektergebnis
Ein Kernergebnis des Projekts ist ein mehrsprachiges Manual für Trainer*innen und Übungsleitungen, das medizinisches und pädagogisches Fachwissen mit konkreten Handlungsempfehlungen, Checklisten und Praxisbeispielen verknüpft. Dr. Christina Sitzberger und Dr. Nicola Stöcker haben das Manual gemeinsam mit dem europäischen Projektteam entwickelt und in allen Partnerländern erprobt.
Es richtet sich an Fachkräfte im Breiten- und Rehasport ebenso wie an pädagogische, therapeutische und medizinische Bereiche – ergänzt durch krankheitsspezifische Trainingshinweise und Empfehlungen zur Zusammenarbeit mit Eltern, Ärzt*innen und Lehrkräften.
Nachhaltigkeit und Ausblick
Die Abschlussphase des Projekts war geprägt von intensivem fachlichem Austausch – darunter die Initiierung europaweiter Bewegungsevents für Kinder mit chronischen Erkrankungen, die künftig jährlich stattfinden sollen. Trainingsmanual und Webportal stehen bereits frei zur Verfügung. Geplant sind zudem Fortbildungen für Trainer*innen in Kooperation mit Sportverbänden sowie eine stärkere Verzahnung der Inhalte mit der sport- und gesundheitswissenschaftlichen Ausbildung an der TUM.
Mit KTM – kidsTUMove goes Europe – cordially fit setzt die TUM gemeinsam mit ihren europäischen Partnern ein bedeutendes Zeichen für inklusive, praxisorientierte und nachhaltig wirksame Sport- und Bewegungsangebote – zum Wohle von Kindern und Jugendlichen in ganz Europa.
Kompetenzen durch Sport für Beschäftigungsfähigkeit und Unternehmertum
Das Department Health and Sport Sciences der TUM beteiligt sich am transnationalen Erasmus+-Projekt Sport4E – Skills through Sport for Employability and Entrepreneurship. Gemeinsam mit Partnerinstitutionen aus Portugal, Italien, Ungarn, Spanien und Deutschland werden sportliche Aktivitäten als Medium genutzt, um berufsrelevante Kompetenzen bei jungen Menschen zu entwickeln – und ihnen so den Weg in den Arbeitsmarkt oder in unternehmerische Perspektiven zu ebnen.
Ziele und Zielgruppen
- Identifikation von Schlüsselkompetenzen, die durch Sport entwickelt und auf den Arbeitsmarkt übertragen werden können
- Weiterqualifizierung von Trainings- und Sportlehrpersonen in der Vermittlung berufsrelevanter Fähigkeiten
- Unterstützung junger Athletinnen und Athleten sowie arbeitsloser Jugendlicher beim Aufbau sozialer, kommunikativer und beruflicher Kompetenzen
Inhalte und Aktivitäten
Sport4E umfasst Best-Practice-Analysen, Kompetenzerhebungen bei Athletinnen und Trainern sowie die Entwicklung eines Methodological Guide for Career Development und eines e-Learning-Programms mit offenen Bildungsressourcen (OER). Ergänzt wird dies durch Seminare, Workshops und Pilotkurse in den Partnerländern sowie die Produktion eines Sport4E-Lernfilms zur nachhaltigen Verbreitung der Ergebnisse.
Beteiligung der TUM
Mit qualitativen und quantitativen Studien dazu, wie Trainerinnen und Trainer berufsrelevante Kompetenzen vermitteln und welche Fähigkeiten Athletinnen und Athleten bereits mitbringen oder weiterentwickeln sollten, übernimmt das Department Heath an Sport Sciences der TU München zentrale wissenschaftliche Aufgaben im Bereich Participatory Action Research. Im Mai 2025 fand vor Ort das abschließende transnationale Projekttreffen statt, bei dem Abschlussbericht, Lernfilm und finale Konferenzen gemeinsam vorbereitet wurden.
Nachhaltigkeit und Ausblick
Die erarbeiteten Bildungsressourcen stehen als offene Materialien frei zur Verfügung und sollen dauerhaft in die Aus- und Weiterbildung von Trainerinnen, Trainern und pädagogischen Fachkräften einfließen. Sport4E positioniert Sport damit als wirkungsvolles Instrument für persönliche und berufliche Entwicklung und stärkt zugleich die Vernetzung europäischer Akteurinnen im Bildungs- und Sportbereich.
Dr. Nicola Stöcker und Dr. Christina Sitzberger bringen ihre Forschungsergebnisse regelmäßig auf internationalen Fachkongressen ein. So werden sie unter anderem beim AEPC 2026 – 59th Annual Meeting of the Association for European Paediatric and Congenital Cardiology vertreten sein, das vom 13.–16. Mai 2026 in Padua, Italien stattfindet. Das AEPC Meeting zählt zu den bedeutendsten europäischen Fachkongressen im Bereich der pädiatrischen und angeborenen Kardiologie und bringt Expertinnen aus ganz Europa zusammen, um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse auszutauschen und die klinische Praxis weiterzuentwickeln.
Auf solchen Plattformen präsentieren Dr. Stöcker und Dr. Sitzberger Ergebnisse aus ihren Untersuchungen im Rahmen von kidsTUMove und weiteren Forschungs- und Praxisprojekten und lenken dabei den Fokus auf die Bedeutung von Bewegung und körperlicher Aktivität für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen. Ihre Kongressteilnahmen stärken nicht nur die internationale Sichtbarkeit der Angewandten Sportwissenschaft, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag dazu, Bewegung als integralen Bestandteil von Prävention, Therapie und Gesundheitsförderung auf europäischer Ebene in Forschung, Praxis und Politik zu verankern.