Neues Forschungsnetzwerk für Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik: Forschende der TUM federführend bei Initiierung des Munich Center for Health Economics and Policy
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Mit dem Munich Center for Health Economics and Policy (M-CHEP) entsteht in München ein neues Forschungsnetzwerk, das Wissenschaft, Politik und Praxis im Gesundheitswesen enger miteinander verbinden soll. Die Initiative zur Gründung des Centers geht maßgeblich aus dem Department Health and Sport Sciences der Technischen Universität München (TUM) hervor. Federführend ist Prof. Dr. Leonie Sundmacher, Leiterin der Professur für Gesundheitsökonomie.
Die offizielle Gründungsveranstaltung findet am Freitag, 20. März 2026, am TUM Campus im Olympiapark statt. Rund 250 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Selbstverwaltung und Gesundheitswirtschaft werden erwartet. Die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, wird die Veranstaltung eröffnen. Ebenfalls sprechen werden Prof. Dr. Juliane Winkelmann, Geschäftsführende Vizepräsidentin der TUM für Internationale Allianzen und Alumni, sowie Prof. Dr. Stephanie Combs, Dekanin der TUM School of Medicine and Health.
Größter Zusammenschluss der Gesundheitsökonomie in Süddeutschland
Das M-CHEP vereint 15 Professuren und Lehrstühle aus den Bereichen Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik und ist damit der bislang größte Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf diesem Gebiet im süddeutschen Raum. Beteiligt sind Forschende der TUM, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Augsburg, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie der Universität Bayreuth.
Ziel des Centers ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der gesundheitsökonomischen Forschung zu stärken und den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis zu intensivieren.
„Mit dem M-CHEP schaffen wir eine Plattform, welche die vorhandene Expertise in Bayern bündelt und stärker miteinander vernetzt“, sagt Prof. Sundmacher, wissenschaftliche Leiterin des Centers. „Viele zentrale Fragen der Gesundheitsversorgung – von der Finanzierung über Versorgungsstrukturen bis hin zur Prävention – lassen sich nur gemeinsam und interdisziplinär beantworten.“
Gleichzeitig soll das Center dazu beitragen, wissenschaftliche Erkenntnisse stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubringen. „Unser Ziel ist es, evidenzbasierte Analysen bereitzustellen, die zur Weiterentwicklung eines leistungsfähigen und nachhaltigen Gesundheitssystems beitragen“, so Prof. Sundmacher. „Dafür wollen wir die Zusammenarbeit zwischen Universitäten intensivieren und Forschungsergebnisse gezielt in den gesundheitspolitischen Diskurs einbringen.“
Initiative aus dem Department of Health and Sport Sciences
Die Initiative zur Gründung des Centers entstand am Department Health and Sport Sciences der TUM, das mit mehreren Professuren im Netzwerk vertreten ist. Neben Prof. Sundmacher sind auch Prof. Dr. Michael Laxy, Leiter der Professur für Public Health und Prävention, sowie Prof. Dr. Nikkil Sudharsanan, Leiter der Professur für Behavioral Science for Disease Prevention and Health Care, beteiligt. Ein weiteres wichtiges Gründungsmitglied ist Prof. Dr. Janina Steinert, Leiterin der Professur für Global Health an der TUM School of Social Sciences and Technology, die internationale Perspektiven der Gesundheitsforschung in das Netzwerk einbringt.
Gemeinsame Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Das M-CHEP verfolgt mehrere strategische Ziele. Ein Schwerpunkt liegt auf der gemeinsamen Forschung über Institutions- und Universitätsgrenzen hinweg. „Wir versuchen, mit dem Center die Gesundheitsökonomie im süddeutschen und insbesondere bayerischen Raum erstmals systematisch zu organisieren“, erklärt Dr. Sebastian Himmler, Geschäftsführer des M-CHEP. „In anderen Regionen Deutschlands existieren solche Netzwerke bereits, hier im Süden bislang jedoch nicht.“
Durch die Bündelung der Expertise sollen künftig größere gemeinsame Forschungsprojekte entstehen – etwa mit dem Ziel, Fördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einzuwerben. Erste Kooperationen zwischen den beteiligten Forschenden bestehen bereits.
Ein zweiter zentraler Schwerpunkt liegt auf der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. „Wir möchten Promovierende stärker vernetzen und ihre Ausbildung weiter verbessern“, so Dr. Himmler. „Bereits seit knapp zwei Jahren veranstalten wir ein gemeinsames PhD-Seminar, das alle zwei Wochen stattfindet und regelmäßig von 25 bis 30 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern besucht wird.“ Perspektivisch sind zudem Summer Schools und spezialisierte Kurse für Doktorandinnen und Doktoranden geplant.
Wissenschaftliche Expertise in der Gesundheitspolitik
Ein weiteres Ziel des Centers ist es, policy-relevante Forschung zu betreiben und damit konkrete Impulse für gesundheitspolitische Entscheidungen zu liefern. Die Expertise der Beteiligten ist bereits in verschiedenen politischen Beratungsgremien gefragt. So sind Prof. Sundmacher und Prof. Laxy Mitglieder der FinanzKommission Gesundheit, die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken berufen wurde. Auch Prof. Dr. Amelie Wuppermann von der Universität Bayreuth, ebenfalls Teil des M-CHEP-Netzwerks, gehört diesem Gremium an.
„Dass gleich drei Mitglieder unseres Centers in diese Kommission berufen wurden, zeigt die hohe wissenschaftliche Kompetenz innerhalb des Netzwerks“, betont Dr. Himmler. „Unser Anspruch ist es, Forschung zu betreiben, die nicht nur akademisch relevant ist, sondern auch konkrete Beiträge zur Weiterentwicklung des Gesundheitssystems leisten kann.“
Internationale Perspektiven bei der Gründungsveranstaltung
Die Gründungsveranstaltung am 20. März bietet zugleich ein Forum für internationale Perspektiven in der Gesundheitsökonomie. Zwei renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden Keynote-Vorträge halten. Prof. Dr. Nils Gutacker von der University of York spricht über die Entwicklung und Bedeutung der Gesundheitsökonomie im Vereinigten Königreich. Anschließend stellt Prof. Dr. Dorte Gyrd-Hansen von der University of Southern Denmark Erfahrungen mit Gatekeeping- und Primärarztsystemen im dänischen Gesundheitssystem vor.
Im Anschluss diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Selbstverwaltung und Wissenschaft über Perspektiven der Primärversorgung und mögliche Reformansätze für Gesundheitssysteme.
„Mit der Veranstaltung möchten wir das neue Netzwerk sichtbar machen und gleichzeitig den Austausch zwischen Forschung, Politik und Praxis fördern“, so Prof. Sundmacher. „Gerade für Themen der Gesundheitspolitik ist dieser Dialog entscheidend.“ Mit dem M-CHEP entsteht damit ein neues Forschungsnetzwerk, das München und Bayern als wichtigen Standort für gesundheitsökonomische Forschung weiter stärkt und die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich Gesundheitssystemforschung nachhaltig ausbauen soll.
Zur Homepage der Professur für Gesundheitsökonomie
Kontakt:
Prof. Dr. Leonie Sundmacher
Professur für Gesundheitsökonomie
Am Olympiacampus 11
80809 München
Tel.: 089 289 24464
E-Mail: leonie.sundmacher(at)tum.de
Dr. Sebastian Himmler
Professur für Gesundheitsökonomie
Am Olympiacampus 11
80809 München
Tel.: 089 289 24465
E-Mail: sebastian.himmler(at)tum.de
Text: Dr. Romy Schwaiger
Fotos: M-CHEP/Silvia Béres (Beres Fotografie)