KI für personalisierte Gesundheit: EXIST-gefördertes Start-up an der Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik
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Die Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik begleitet ein neues, durch das EXIST-Gründungsstipendium gefördertes Start-up-Projekt: Mit der App „Zura“ entwickelt ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern eine KI-gestützte Plattform für personalisiertes Fitness- und Gesundheitscoaching. Ziel ist es, individuelle Gesundheitsdaten intelligent zu verknüpfen und so präventive, maßgeschneiderte Gesundheitsempfehlungen in Echtzeit zu ermöglichen.
Das Projekt wurde von Amir Zahiri, Mahsa Iraniara und Saswat Swain initiiert, Prof. Dr. Filip Mess, Leiter der Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik, betreut das internationale Team. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des EXIST-Gründungsstipendiums vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das wissenschaftliche Ideen auf dem Weg in marktfähige Geschäftsmodelle unterstützt.
Die Förderung ist dabei eng an konkrete Entwicklungsziele geknüpft: Innerhalb von zwölf Monaten soll aus der Idee ein tragfähiges Gründungsvorhaben entstehen. „Der Prozess ist sehr strukturiert und verlangt sowohl im Antrag als auch in der Umsetzung eine hohe inhaltliche Qualität“, so Prof. Mess.
Digitale Gesundheitsplattform als „Health Operating System“
Im Zentrum des Projekts steht „Zura Health OS“, eine KI-basierte Plattform, die verschiedene Gesundheitsbereiche in einem System vereint. Dazu zählen unter anderem Fitness und Training, Ernährung, Schlaf sowie mentale Gesundheit. Die technologische Innovation liegt insbesondere in der Integration unterschiedlicher Datenquellen. Wearables, Apps und weitere digitale Tools werden in einer zentralen Plattform gebündelt. Auf dieser Basis analysiert ein KI-gestützter Coaching-Ansatz die individuellen Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzern. Ergänzend verfolgt Zura das Konzept einer „Adoption Layer“: Diese Ebene soll nicht nur Empfehlungen generieren, sondern lernen, wie Nutzerinnen und Nutzer Gesundheitsratschläge tatsächlich in ihren Alltag übernehmen. Sie passt Zeitpunkt, Format, Schwierigkeit und Erklärungstiefe der Empfehlungen individuell an. So soll aus KI-gestützter Gesundheitsintelligenz nachhaltiges Verhalten mit möglichst wenig Reibung entstehen.
„Die App führt Datenströme zusammen, die bislang getrennt waren. Dadurch können wir personalisierte Empfehlungen geben – weg von standardisierten Lösungen hin zu individueller Gesundheitsförderung“, erläutert Zahiri.
Ein zentrales Element ist ein rund um die Uhr verfügbarer KI-Coach („Zura Voice“), der mithilfe multimodaler Datenanalyse arbeitet. Dazu gehören beispielsweise Bewegungsanalysen per Computer Vision, personalisierte Trainings- und Ernährungspläne sowie die frühzeitige Erkennung von Ermüdung oder Verletzungsrisiken.
Interdisziplinäres Team und internationale Perspektiven
Das Gründungsteam vereint Kompetenzen aus Informatik, Ingenieurwissenschaften, Betriebswirtschaft und Datenwissenschaften. Ergänzt wird diese Expertise durch die wissenschaftliche Begleitung aus der Sport- und Gesundheitsforschung. „Gerade im Bereich Digital Health ist Interdisziplinarität entscheidend. Themen wie künstliche Intelligenz, Prävention und Gesundheitsverhalten müssen zusammen gedacht werden“, betont Prof. Mess. Auch die internationale Ausrichtung spielt eine wichtige Rolle. „Die App soll nicht nur für einen bestimmten Kulturraum funktionieren, sondern möglichst viele Menschen weltweit erreichen. Dafür ist ein Team mit unterschiedlichen Perspektiven von großem Vorteil“, so Mess weiter.
Von der Idee zur Marktreife
Bereits vor der Bewilligung wurde eine erste Testversion der Plattform mit über 50 Nutzerinnen und Nutzern erprobt. Aktuell arbeitet das Team an der Fertigstellung der Beta-Version, die in einer erweiterten Testphase – unter anderem mit Studierenden – weiter validiert werden soll. „Ziel ist es, bis zur Mitte des Jahres eine Version zu entwickeln, die so stabil ist, dass sie den Schritt in die Gründung ermöglicht“, erklärt Mess.
Beitrag zur Forschung und Lehre im Department
Neben der wirtschaftlichen Perspektive bietet das Projekt auch wichtige Impulse für Forschung und Lehre. Insbesondere die Verbindung von Digitalisierung, Prävention und Gesundheitsförderung kann für die Weiterentwicklung von Studiengängen zukünftig wichtig werden. „Solche Projekte zeigen, wie wir wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Anwendungen übersetzen können. Gleichzeitig fördern sie unternehmerisches Denken bei unseren Studierenden“, sagt Mess. „Unternehmertum ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Es geht darum, Ideen mutig umzusetzen und neue Wege zu gehen – auch mit gewissen Risiken.“
Das Projekt „Zura“ steht exemplarisch für diesen Ansatz: Es verbindet aktuelle Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz mit gesundheitswissenschaftlicher Expertise und zeigt, wie aus einer wissenschaftlichen Idee ein skalierbares Produkt entstehen kann.
Zur Homepage der Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik
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Kontakt
Prof. Dr. Filip Mess
Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik
Am Olympiacampus 11
80809 München
Tel.: 089 289 24520
E-Mail: filip.mess(at)tum.de
Text: Bastian Daneyko
Fotos: Privat