Wie effektiv sind wir in unseren Bemühungen, Müll zu reduzieren? Marketing ZFP-Artikel gibt neue Einblicke in die Effekte der Effektivitätswahrnehmung auf die Motivation, Müll zu reduzieren und Produkte wiederzuverwenden
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Reduce – reuse – recycle. Dieser Slogan beschreibt, wie sich Verbraucher_innen verhalten sollten. Die Abfallerzeugung pro Haushalt hat im Laufe der Zeit zugenommen, und öffentliche Entscheidungsträger suchen nach Kommunikationsinstrumenten, die diesen Trend stoppen können. Das Ziel der in der Fachzeitschrift Marketing ZFP – Journal of Research and Management veröffentlichten Studie mit dem Titel „The Effect of Informed Consumer versus Industry Effectiveness on Willingness to Reduce Waste and Reuse Products“, veröffentlicht von Dr. Anna Mei Habitzreuter, Michaela Söllner und Prof. Dr. Jörg Koenigstorfer, ist es, den durch Nachrichtenformate erzeugten Einfluss von Effektivitätswahrnehmungen auf die Absichten, Müll zu reduzieren und Produkte wiederzuverwenden, zu untersuchen.
Hintergrund und Ziel der Studie
Obwohl sich viele Verbraucher_innen der negativen Umweltauswirkungen der Abfallerzeugung bewusst sind, entsorgen sie unerwünschte Produkte häufig nicht auf umweltfreundliche Weise und verbrauchen eher mehr als weniger. Die Studie postuliert, dass die Aufklärung der Verbraucher_innen über ihre im Vergleich zur Industrie bewertete Effektivität ambivalente Effekte erzeugen kann und die Verhaltensabsichten zur Reduzierung von Abfall und Wiederverwendung von Produkten entweder erhöhen oder verringern kann. Wahrgenommene Effektivität bezieht sich auf die Überzeugung, dass die Bemühungen der Verbraucher_innen dazu beitragen können, die Umwelt zu schützen, indem Abfall auf Bevölkerungsebene reduziert wird.
Studiendesign und Ergebnisse
Eine Vorstudie mit Einwohnern der USA wurde durchgeführt, um Emotionen zu identifizieren, je nachdem, ob die Industrie (d.h. das produzierende Gewerbe) oder Verbraucher_innen als wirksamer bei der Abfallreduzierung eingestuft wurden. In den USA und Brasilien wurden drei experimentelle Studien durchgeführt, um die nachgelagerten Auswirkungen der wahrgenommenen Effektivität von Verberaucher_innen im Vergleich zur Industrie zu erforschen. Die Studien zeigten, dass informierte Zustände der Wirksamkeit der Industrie (gegenüber Verbrauchern) den wahrgenommenen Ärger erhöhten, was sich wiederum positiv auf die Absichten auswirkte, Abfall zu reduzieren und Produkte wiederzuverwenden.
Empfehlungen
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass politische Entscheidungsträger die Verbraucher_innen darüber informieren sollten, dass ihre heutigen Maßnahmen noch nicht ausreichen. Vielmehr sind gemeinsame Anstrengungen von Verbraucher_innen und Industrie erforderlich.
Kontakt
Lehrstuhl für Sport- und Gesundheitsmanagement
Prof. Dr. Jörg Königstorfer
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