News aus den Einrichtungen
Prof. Schaffrath und Dr. Schulz im Bundesgesundheitsblatt mit Beitrag zur Dopingberichterstattung
Sport- und Gesundheitswissenschaften, Arbeitsbereich für Medien und Kommunikation |
„Dopingberichterstattung in den Medien: Subjektive Wahrnehmungen, Bewertungen und vermutete Effekte bei Spitzensportlern“. So lautet der Titel eines Aufsatzes, den Prof. Dr. Michael Schaffrath und Dr. Thorsten Schulz in der aktuellen Ausgabe des Bundesgesundheitsblattes veröffentlicht haben. Die reviewte Fachzeitschrift hat einen Impact-Faktor von 1,7.
Im Bundesgesundheitsblatt präsentieren Schaffrath und Schulz erste ausgewählte Ergebnisse des vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) in den Jahren 2024 und 2025 geförderten Drittmittelprojekts „Spitzensportler und Spitzensportlerinnen und Medien. Eine Analyse zur Wahrnehmung und Bewertung der Dopingberichterstattung und die Auswirkung auf die subjektive empfundene körperliche und mentale Leistungsfähigkeit“ (SpitzDoBe). Kooperationspartner waren der DOSB, Athleten Deutschland, der OSP Bayern und die NADA. Im Rahmen der Mixed-Methods-Studie wurden zehn qualitative Leitfadeninterviews und eine quantitative Onlinebefragung durchgeführt, bei der nach der Datenbereinigung 349 Fragebögen ausgewertet werden konnten.
Für den Aufsatz im Bundesgesundheitsblatt standen drei Forschungsfragen im Zentrum:
1. Wie nehmen Spitzensportlerinnen und Spitzensportler die Dopingberichterstattung wahr? 2. Wie bewerten Spitzensportlerinnen und Spitzensportler die Dopingberichterstattung? 3. Welche möglichen Wirkungen kann Dopingberichterstattung bei Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern auslösen?
Schaffrath und Schulz zeigen, dass die Mehrheit der Befragten (rund 85 Prozent) die Dopingberichterstattung durchaus wahrnimmt. Die Hauptmotive für die Rezeption sind grundsätzliches Interesse (87,7 Prozent) und ein konkretes Interesse daran, wie Medien mit den betroffenen Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern umgehen (85,2 Prozent). Neben der kognitiven Dimension des „Informiert-sein-Wollens“ können Dopingberichte auch emotionale Wirkungen auslösen. So konzedieren 88,2 Prozent der Spitzensportlerinnen und Spitzensportler Erleichterung darüber, dass Medien durch ihre Recherchen und ihre Berichterstattung einen dopingfreien Sport fördern. 62,0 Prozent der Befragten empfinden sogar Freude, wenn Doping-Delinquenten überführt werden und dann auch darüber öffentlich berichtet wird. Wut empfinden immerhin 37,9 Prozent der Befragten, wenn die Medien im Kontext von Doping fast ausschließlich Sportlerinnen und Sportler kritisieren und dabei die Beteiligung von Umfeldakteuren wie Trainern oder Ärzten ignorieren.
Einflüsse auf die mentale oder die körperliche Leistungsfähigkeit schließt die überwiegende Mehrheit für sich aus. Rund 88 Prozent der Spitzensportlerinnen und Spitzensportler meinen, dass Dopingberichterstattung ihre mentale Leistungsfähigkeit „eher nicht“ oder „gar nicht“ beeinflussen können – weder im Training (88,2 Prozent) noch im Wettkampf (87,0 Prozent). Ein ähnliches Bild ergibt sich bezogen auf die körperliche Leistungsfähigkeit. Hier geben sogar mehr als 90 Prozent an, dass sie sich von Dopingberichten „eher nicht“ oder „gar nicht“ beeinflussen lassen würden – weder im Training (94,6 Prozent) noch im Wettkampf (93,1 Prozent).
In dem Aufsatz wird deutlich, dass sich Einflüsse durch die mediale Dopingberichterstattung auf einer kognitiven und partiell auch auf der emotionalen Wirkungsebene erkennen lassen, aber nur ganz selten auf der konativen Ebene von Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern.
Zur Publikation: Dopingberichterstattung in den Medien: Subjektive Wahrnehmungen, Bewertungen und vermutete Effekte bei Spitzensportlern
Text: Bastian Daneyko
Fotos: Bundesgesundheitsblatt/Privat