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Von Krafttraining, Ausdauertraining, Noradrenalin, Eisbaden und braunem Fettgewebe – Alexander Braunsperger-Wasserfurth verteidigt erfolgreich seine Dissertation
Sport- und Gesundheitswissenschaften, W00BBR-newscat-exercisebiology |
Körperliche Aktivität und Kälteexposition stellen zwei unterschiedliche physiologische Reize dar, die über gemeinsame Signalwege den Energiestoffwechsel beeinflussen. Sowohl Ausdauer- als auch Krafttraining aktivieren das sympathische Nervensystem und erhöhen – abhängig von Intensität und Belastungsform – die Ausschüttung von Noradrenalin. Auch Kältereize, beispielsweise durch Eisbaden, führen zu einer ausgeprägten sympathischen Aktivierung.
Noradrenalin bildet dabei eine wichtige Verbindung zum braunen Fettgewebe (BAT). Über β-adrenerge Rezeptoren aktiviert es den cAMP/PKA-Signalweg und fördert Lipolyse sowie die Aktivierung des mitochondrialen Uncoupling Protein 1 (UCP1). UCP1 entkoppelt die oxidative Phosphorylierung: Die in Nährstoffen gespeicherte Energie wird nicht primär zur ATP-Synthese genutzt, sondern als Wärme freigesetzt. Damit trägt braunes Fett zur sogenannten zitterfreien Thermogenese und zu einem erhöhten Energieumsatz bei.
Training und Kälte könnten sich somit teilweise über gemeinsame metabolische Signalwege ergänzen. Während die Aktivierung des braunen Fettgewebes durch Kälte gut belegt ist, sind die Effekte von Kraft- und Ausdauertraining komplexer und beim Menschen noch nicht abschließend geklärt. Besonders interessant ist daher die Frage, ob regelmäßiges Training in Kombination mit gezielten Kältereizen die Aktivität und Anpassungsfähigkeit des braunen Fettgewebes stärker beeinflusst als jeder Reiz für sich – und welche Bedeutung dies langfristig für Energieverbrauch und metabolische Gesundheit besitzt.
Genau zu diesem Thema hat Alexander Braunsperger-Wasserfurth in den letzten Jahren an der Professur für Sportbiologie promoviert. Am 17. August 2026 verteidigte er erfolgreich seine Dissertation an der TUM School of Medicine and Health. Seine Kolleginnen und Kollegen sowie seine Prüfer Prof. Henning Wackerhage, Prof. Moritz Schumann und Prof. Manuel Spitschan wünschen ihm weiterhin viel Erfolg auf seinem akademischen Werdegang und bedanken sich für die produktiven Jahre. Herr Braunsperger-Wasserfurth hat während seiner Promotion mehrere Forschungsarbeiten als Erstautor publiziert und war darüber hinaus auch als Co-Autor an anderen Publikationen beteiligt.
Zu seinen wichtigsten und bereits publizierten Forschungsarbeiten zählen die folgenden Papers:
Braunsperger A, Tischer D, Soriano-Arroquia A, Schönfelder M, Georgiadi A and Wackerhage H: Exercise and Fat. Sports Medicine, in press
DOI : 10.1186/s40798-026-01085-y
Braunsperger A, Bauer M, Brahim CB, Seep L, Tischer D, Peitzsch M, Hasenauer J, Figueroa SH, Worthmann A, Heeren J, Dyar KA, Koehler K, Soriano-Arroquia A, Schönfelder M, Wackerhage H. Effects of time-of-day on the noradrenaline, adrenaline, cortisol and blood lipidome response to an ice bath. Sci Rep. 2025 Jan 8;15(1):1263. doi: 10.1038/s41598-025-85304-8.
Als CO-Autor
Nusser V, Teubner J, Buerger SA, Frodl A, Rainsberger K, Braunsperger A, Wasserfurth P, Hackney AC, Koehler K. Increased carbohydrate availability partially attenuates endocrine suppression in response to low-energy availability. J Appl Physiol (1985). 2026 Aug 1;141(2):538-549. doi: 10.1152/japplphysiol.00207.2026. Epub 2026 Jul 16.
Nusser V, Murphy C, Hechenbichler Figueroa S, Braunsperger A, Ihalainen JK, Hulmi JJ, Wasserfurth P, Koehler K. Metabolic signature of short-term low energy availability.
Physiol Rep. 2025 Oct;13(19):e70582. doi: 10.14814/phy2.70582.