Im Rahmen der bayerischen Präventionsinitiative „Bavaria Moves“ nutzte Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach einen Besuch am TUM Campus im Olympiapark, um sich im Präventionszentrum einer leistungsdiagnostischen Untersuchung zu unterziehen. Der V̇O2max-Test wurde fachlich verantwortet von Prof. Dr. Henning Wackerhage, Leiter der Professur für Sportbiologie, und Prof. Dr. Martin Halle, Leiter des Lehrstuhls für Präventive Sportmedizin und Sportkardiologie, die ihre wissenschaftliche und medizinische Expertise in die Durchführung und Auswertung einbrachten.
Der Test wurde im Präventionszentrum unter der Leitung von Dr. Fabian Stöcker und Lara Becker, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Sportbiologie, durchgeführt. Auf einem Fahrradergometer wurde die Belastung stufenweise gesteigert, während mithilfe einer Spiroergometrie die Atemgase gemessen wurden, um die maximale Sauerstoffaufnahme präzise zu bestimmen.
„Der V̇O₂max-Test misst die maximale Sauerstoffaufnahme bei anstrengenden Aktivitäten. Also, wie viel Sauerstoff der Körper bei voller Belastung aufnehmen und verwerten kann. Die Abkürzung V̇O₂max steht für die maximale Sauerstoffmenge pro Minute pro Kilogramm Körpergewicht und ist ein wichtiger Gradmesser für Ausdauer und für die allgemeine Herz-Kreislauf-Gesundheit“, erklärt Prof. Wackerhage. Je höher der Wert, desto leistungsfähiger ist das Herz-Kreislauf-System – sowohl im Sport als auch im Alltag.
Der ermittelte V̇O₂max-Wert der Ministerin lag bei 36. Prof. Wackerhage ordnete dieses Ergebnis ein: „Für eine 40-jährige Frau mit schlanker Statur liegt ein V̇O₂max von 36 ml/min/kg im guten Bereich. Er zeigt, dass die Ministerin über eine solide kardiovaskuläre Fitness verfügt, die eine sehr gute Grundlage für Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Alltag darstellt.“
Da es sich um eine medizinische Untersuchung handelt, war auch Prof. Halle in die Bewertung eingebunden. Auf Basis der Messergebnisse gab er der Ministerin eine sportmedizinische Einschätzung und konkrete Empfehlungen. „Der V̇O₂max-Wert ist ein zentraler Parameter für die langfristige Gesundheit – ein sogenannter Longevity-Marker. Er bildet nicht nur die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems ab, sondern integriert auch Muskelstoffwechsel und Sauerstoffverwertung zu einem ganzheitlichen Gesundheitsindikator“, erläutert Prof. Halle.
Dabei betonte er, dass bereits moderate Bewegung deutliche Effekte haben kann: „Für eine Verbesserung der Sauerstoffaufnahme reicht in vielen Fällen schon regelmäßiges Grundlagentraining. Man muss kein Hochintensivtraining absolvieren – schon 15 bis 20 Minuten Bewegung pro Tag können den V̇O₂max messbar erhöhen.“ Auch Krafttraining spiele eine große Rolle: „Gezieltes Krafttraining kann ebenfalls zur Verbesserung der Sauerstoffaufnahme beitragen. Selbst zügiges Spazierengehen ist bereits ein wirksamer Reiz, um diesen wichtigen Gesundheitswert zu steigern.“
Nach dem absolvierten Test zog Ministerin Gerlach eine persönliche Bilanz: „So ein Test, der ist ehrlich gesagt nichts für den Alltag und nicht für jedermann. Aber Bewegung ist natürlich etwas für unseren Alltag! Und da kann man ganz klein anfangen – zum Beispiel beim Laufen mit einem kleinen Intervall von Bushaltestelle zu Bushaltestelle.“ Dieses Statement veröffentlichte das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention im Rahmen eines Instagram-Beitrags zum Besuch der Ministerin an der TUM.
Der Termin verdeutlichte die enge Verbindung zwischen wissenschaftlicher Leistungsdiagnostik, Prävention und Gesundheitspolitik. Mit dem Präventionszentrum am TUM Campus im Olympiapark verfügt die Technische Universität München über eine hochmoderne Infrastruktur, in der sportmedizinische und sportbiologische Expertise zusammengeführt wird. Die Zusammenarbeit von Prof. Dr. Wackerhage, Prof. Dr. Halle und ihren Teams zeigt exemplarisch, wie wissenschaftlich fundierte Diagnostik in konkrete Empfehlungen für eine aktive und gesundheitsförderliche Lebensweise übersetzt werden kann.
Ein während des Besuchs entstandenes Video, das den Test und den Austausch vor Ort dokumentiert, wurde auf dem Instagram-Kanal des Bayerischen Gesundheitsministeriums im Rahmen der Initiative „Bavaria Moves“ veröffentlicht und gibt anschauliche Einblicke in die Arbeit des Präventionszentrums der TUM.
Zum Video auf dem Instagram-Account @gesundheit.pflege.bayern
Zur Homepage der Professur für Sportbiologie
Zur Homepage des Lehrstuhls für Präventive Sportmedizin und Sportkardiologie
Kontakt:
Prof. Dr. Henning Wackerhage
Professur für Sportbiologie
Am Olympiacampus 11
80809 München
Tel.: 089 289 24480
E-Mail: henning.wackerhage(at)tum.de
Prof. Dr. Martin Halle
Lehrstuhl für Präventive Sportmedizin und Sportkardiologie
Am Olympiacampus 11
80809 München
Tel.: 089 289 24441
E-Mail: martin.halle(at)mri.tum.de
Text: Romy Schwaiger
Fotos: Instagram-Account @gesundheit.pflege.bayern