In Kooperation mit Prof. Dr. Walter Herzog, University of Calgary, widmen sich Dr. Wolfgang Seiberl und Dr. Daniel Hahn aus der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Ansgar Schwirtz in diesem Forschungsprojekt dem Phänomen der Kraftpotenzierung (Residual Force Enhancement, RFE). Dieses beschreibt die Fähigkeit eines Muskels nach einer aktiven Dehnung erhöhte Kräfte zu produzieren, verglichen mit der Kraft einer rein isometrischen Muskelaktion bei gleicher Muskellänge und Aktivität. Obwohl RFE in verschiedenen Vorarbeiten untersucht und bei isolierten Muskelaktionen auch für submaximale Intensitätsbereiche nachgewiesen werden konnte, besteht für den Nachweis einer Relevanz in willkürlicher Alltagsmotorik noch großer Forschungsbedarf.
In den weiteren zwei Jahren der DFG-Förderung soll deshalb nun ein Übertrag von ein- auf mehrgelenkige, alltagsrelevante Muskelaktionen vollzogen werden. Langfristiges Ziel ist es, die bisherigen Forschungsergebnisse auf ihre Gültigkeit für den gesamten Arbeitsbereich der menschlichen Motorik zu überprüfen. Zudem stellt sich aus sportwissenschaftlicher Sicht die Frage, ob das Phänomen FE und somit die zugrunde liegenden Funktionsmechanismen trainierbar sind. Dies ermöglicht einerseits die Identifikation angepasster Strukturen und andererseits die Umsetzung der theoretischen Modelle in sportpraktische Trainingskonzepte.