Dr. Rupert Pritzl, Vertreter der Bayerischen Staatskanzlei, eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort und berichtete von der Initiative zwischen Bayern und Westkap, die sich seit 15 Jahren in einer Partnerschaft bei der Hilfe zur Selbsthilfe begründet. Der Austausch von Wissenschaftlern, die Förderung einer E-Learning-Plattform, die Fußball-WM als Plattform für Kulturaustausch oder die Kooperation mit Eine Welt Netzwerk Bayern sind nur einige Beispiele der Aktivitäten seitens des Bayerischen Staatsministeriums.
"Vergewaltigung: Im Angesicht der AIDS-Pandemie ein Todesurteil"
Damit übergab Dr. Pritzl das Wort an Dekan Prof. Beckmann, der die weitere Veranstaltung mit erschreckenden Zahlen einführte: Schon lange sei das HIV-Virus aus dem Bewusstsein der deutschen Bevölkerung geraten, zumal hierzulande nur ein geringer Prozentsatz betroffen ist. In Südafrika hingegen sind rund 30% der Bevölkerung HIV-positiv, ein Großteil davon weiblich. Dies liegt zum einen an der hohen Vergewaltigungsquote, zum anderen an der Weitergabe des Virus bereits im pränatalen Stadium.
Prof. Bernd Rosenkranz von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Stellenbosch Universität in Südafrika, stellte die HIV-Präventionsmaßnahmen aus medizinischer Sicht vor. Hierbei treten zahlreiche Problemen auf, wie die angemessenen Dosierung von Medikamenten bei Kindern oder die notwendige kühle Lagerung von Präparaten in den Townships. Wichtig sei auch ein Hand-in-Hand-gehen mit der traditionellen Medizin der ansässigen Heiler als Teil der Behandlungsstrukur.
Auch Pfarrer Stefan Hippler von der HOPE Cape Town Foundation betonte die Wichtigkeit, die Pandemie - auch von Deutschland aus - in den Griff zu bekommen. HOPE Capetown setzt sich für alle notwendigen Dienste auf Gemeindeebene bei der Behandlung von HIV/AIDS und Tuberkulose in der Provinz Western Cape ein: Vernetzung, Training, Behandlung und Beratung – ganz nach dem Leitspruch: "Der Mensch ist Mensch durch den Menschen".
Im Anschluss stellten Prof. Claudia Kugelmann und Doktorantin Marianne Meier von der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaft die Situation in Südafrika aus sportpädagogischer Sicht, v.a. unter dem Aspekt "Gender und Empowerment" sowie HIV-Prävention und Fußball vor. Das langfristige Ziel ist es, Frauen für ihr Leben hinweg zu stärken. Ihre Potentiale sollen entfaltet werden, während gleichzeitig bei der Initiierung von ansässigen Fußballprojekten Sensibilität gegenüber den soziokulturellen Unterschieden bewiesen werden soll.
Abschließend präsentierte Dekan Prof. Beckmann das Projekt HIV-Prävention durch Sport, das im Sinne eines Mentorenprogramms durchgeführt werden soll. Der Sport fungiert dabei als Vehikel: durch den Sport soll bei den jungen Afrikanerinnen eine Verhaltensänderung hin zu mehr Selbstbewusstsein hervorgerufen werden. Das selbstbewusstere Auftreten kann die Mädchen und jungen Frauen davor schützen, vorschnell zu Opfern zu werden. Wichtig dabei ist die umfassende Ausbildung von Mentoren, die später als Rollenvorbilder Verantwortung übernehmen sollen.
Foto (v.l.n.r.): Prof. Beckmann, Prof. Rosenkranz, Prof. Kugelmann, Pfarrer Stefan Hippler, Marianne Meier