Veronika Rajcsanyi, Studierende des Bachelor-Studiengangs "Wissenschaftliche Grundlagen des Sports" und Leonie Awad, Diplom-Sportwissenschaftlerin, hatten nicht nur die Idee zu dieser innovativen Sportwoche, sondern haben dafür auch die gesamte Planung und Organisation sowie die Akquise von Sponsoren in die Hand genommen. Die "Special Week: Surf, Sports & Health – Edition 2011" ist einerseits auf die Vermittlung des Surfsports ausgerichtet und kombiniert diese andererseits mit einem Rahmenprogramm aus Gesundheit und Entspannung.
Die Initiatorinnen gehen damit mit positivem Beispiel voran und zeigen, dass das erworbene Wissen im sport- und gesundheitswissenschaftlichen Studium zu Recht selbstbewusst und kreativ nach außen getragen werden kann.
Wie kann so ein Projekt auf den Weg gebracht werden? Welche Hürden müssen dabei gemeistert werden? Und wie kann das Studium an der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaft dabei helfen? Diese und andere Fragen beantwortete und Veronika Rajcsanyi in einem Interview:
Veronika, das große Ereignis naht und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wie seid Ihr zu diesem Projekt gekommen?
Eigentlich durch Zufall: Leonie und ich haben uns letzten Sommer im Liquid Surfcamp in Spanien kennengelernt, da wir beide dort gearbeitet haben (Leoni als Surf Coach und ich als Surfassistentin). Ursprünglich wollten wir ein spezielles Surfcamp nach dem Motto „Von Mädls für Mädls“ veranstalten. Das gab es in dem Format jedoch schon. Da wir beide sehr an Gesundheit und Fitness interessiert sind (Leonie arbeitet auch schon sehr lange in diesem Bereich) und ich auch später in diese Richtung meinen Master machen möchte, kamen wir so auf den Gesundheitsaspekt. Das neue Konzept ist sowohl für Männer als auch für Frauen interessant, die Zielgruppe ist damit ausgeweitet und wir können unsere Begeisterung, unser Wissen und unsere Leidenschaft in dieser Woche ausleben. Dem Inhaber des Surfcamps, Boris, hat diese Idee auch sehr gut gefallen und er ermöglicht es, dass wir unsere Woche bei ihm durchführen dürfen.
Wie kann man sich den Ablauf dieser Sportwoche inhaltlich vorstellen?
Wir wollten unseren Fokus auf jeden Fall noch auf den Surf-Unterricht legen, aber in Kombination mit zusätzlichem Sportprogramm, das das Surfen lernen ergänzt bzw. unterstützt. Es ist sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene gedacht, die in dementsprechende Gruppen aufgeteilt werden. Entspannung kommt dabei auch nicht zu kurz: Für das Wohlbefinden gibt es beispielsweise Yoga und Massagen kostenfrei.
Die Kombination von Surfsport und Gesundheitsförderung ist noch nicht so verbreitet, zumal das Surfen doch hauptsächlich als Fun-Sport gilt. Welche Rolle spielt der Health-Gedanke konkret dabei und wie wird er integriert?
Er spielt auf jeden Fall eine zentrale Rolle. Denn das Surfen ist eine der komplexesten Sportarten: Um mit dem Surfbrett das Element Wasser in der ganzen Vielfalt zu beherrschen, schaffen wir dafür optimale theoretische und praktische Voraussetzungen. Die Kombination aus ausgewogener vitamin- und energiereicher Ernährung sowie einem abwechslungsreichen Bewegungs- und Entspannungsprogramm ist von besonderer Wichtigkeit und schafft die Grundlage für diesen Sport. Wer gerne surfen lernen möchte, für den ist genau dieses Zusammenspiel zwischen Konditionstraining und bewusst gesunder Ernährung enorm wichtig. Durch theoretische Grundlagen einerseits und praktische Übungen andererseits werden Körper und Geist optimal aufs Surfen eingestimmt. Dafür sind besonders Kondition, Koordination und Kraft nötig. Diese Voraussetzungen werden mit Unterstützung durch andere Sportarten und Bewegungen gezielt geschult und mit einer gesunden Ernährung ergänzt.
Wie habt ihr Eure Idee ins Rollen gebracht?
Zunächst haben wir uns mit Boris abgestimmt, welche Woche am Besten dafür geeignet wäre und uns für die 2. Pfingstwoche entschieden. Dann ging alles recht schnell: Zusammen mit Leonie haben wir dann alles besprochen: Wie gehen wir vor? Welche Schritte sind zu erledigen? Wer erledigt welche Aufgaben (PR, Sponsoring, Programm, Grafik, Promotion, Social Network, Marktanalyse etc.) ? Wie promoten wir das alles? Welche Deadlines sollten wir einhalten? Welche Partner könnten uns unterstützen? Was sollen und können wir genau anbieten? Usw.
Daraufhin haben wir unser Konzept geschrieben mit Inhalten wie Leistungen, Rahmenprogramm, Zielgruppenanalyse, Vorteile für Sponsoren etc.
Da ich schon ausgebildete Mediengestalterin bin, habe ich zusätzlich Flyer und Plakate entworfen und drucken lassen.
Gab es Hindernisse?
Unser größtes Hindernis war die Frage, wie man das Projekt publik macht und von anderen Programmen abgrenzt. Diese Woche ist etwas Besonderes und profitiert neben dem Standort auch einfach von der Erfahrung und Professionalität aller Beteiligten. Es ist nicht einfach, ohne finanzielles Polster eine breite Masse anzusprechen. Das Schnellste und kostengünstigste ist natürlich, unser Konzept über das Internet zu verbreiten.
Ganz ohne Sponsoren geht es aber auch nicht. War es schwer, Unterstützung zu bekommen?
Ein paar Beziehungen zu Sponsoren hatten Boris, Leonie und ich glücklicherweise schon. Außerdem sind wir im Februar auf die ISPO gegangen und haben direkt die Firmen angesprochen. Das war zwar anstrengend, aber hat total Spaß gemacht, da wir auch echt gutes Feedback für unser Konzept und die Idee allgemein bekommen haben. Allerdings haben wir nicht auf Anhieb Zusagen bekommen. Man muss einfach immer an den Leuten dranbleiben. Gleichzeitig muss man den Zeitfaktor, unser Budget und die eigenen Kompetenzen im Blick behalten. Ebenso die Frage, wie wir das ohne finanzielle Unterstützung am Besten promoten. So richtig handfest sind die Planungen dann im Dezember geworden.
Welche Projektpartner konntet Ihr für Eure Idee begeistern?
Zu unseren Projektpartnern dürfen wir Liquid Surf, Wavetours, Suddenrush, Sionyx Streetware, Goldenride Magazin und Surfers zählen.
Konntet Ihr für die Realisierung der Surfwoche auch Wissen anwenden, das Ihr in Eurem Studium erlernt habt?
Auf jeden Fall! Vor allem, was den Gesundheitsaspekt betrifft. Ich bin ja noch mitten in meinem Studium und hatte Module wie Biologische Grundlagen (Funktionelle Anatomie, Physiologie, Ernährung- und Flüssigkeitshaushalt), Gesundheitswissenschaften, Leistungsphysiologie u.v.m. Leonie ist mittlerweile als sportliche Leitung in einem Healthclub tätig und nebenbei erfolgreiche Ernährungsberaterin, Personal Trainerin, Surfcoach und Sportlehrerin. Ich kann also von ihr auch noch viel lernen!
Wozu befähigt das Studium Deiner Meinung nach noch?
Das Studium bietet auf jeden Fall eine sehr gute Wissensgrundlage. Man lernt zudem in Teams zu arbeiten, gewinnt an sozialer Kompetenz und lernt Projekte und Ideen selbstständig zu vertiefen. Ohne eigene Ideen, Selbstständigkeit und Hartnäckigkeit findet man nicht so einfach seinen eigenen Weg. Je nachdem, in welche Richtung man gehen möchte, denke ich, dass es zusätzlich wichtig ist, sich sein Netzwerk außerhalb des Studiums selbst aufzubauen. Man hat aber auch an der TU viele Möglichkeiten in die verschiedensten Bereiche reinzuschnuppern oder sich vertieft weiterzubilden. Man muss sich einfach nur über die Möglichkeiten informieren.
Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Euch viel Erfolg mit Eurer Surfwoche!
News
"Surf, Sports & Health" in den Pfingstferien 2011 – Ein Projekt des akademischen Nachwuchses der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaft