Olympiabewerbung: Wissenschaft und Spitzensport auf dem TUM Campus im Olympiapark
News des Departments |
Den olympischen Geist von 1972 wiederbeleben – Das ist das Ziel der Münchner Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Mit einem klaren Votum beim Bürgerentscheid im Oktober 2025 haben sich die Münchnerinnen und Münchner dafür ausgesprochen. Welche Stadt Deutschland ins Rennen schickt, entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) im Herbst.
Wie Spitzensport, Wissenschaft und Innovation dabei zusammenspielen können, zeigte sich am 21. Juli im BayWa-Hörsaal 1 auf dem TUM Campus im Olympiapark. Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Spitzensportverbände kamen dort zur zweiten Veranstaltung im Rahmen der Münchner Olympiabewerbung „20XX – Für die Stadt und den Sport“ zusammen. Eröffnet wurde die von Antonia Wisgickl moderierte Veranstaltung mit einem Imagefilm der TUM und den einzelnen Sportstädten. Zu den Gästen zählten unter anderem Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann, Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause sowie TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann.
Prof. Hofmann begrüßte die zahlreichen Gäste und unterstrich die Bedeutung der Münchner Bewerbung: „Die TUM unterstützt eine Münchner Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele von ganzem Herzen. Die Spiele bieten die Chance, neue Technologien in die Anwendung zu bringen, nachhaltige Infrastruktur zu entwickeln, Menschen für Bewegung zu begeistern und Impulse für Bildung, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen. Nicht nur für die Dauer der Spiele, sondern Jahrzehnte darüber hinaus.“
Bayerns Sportminister Joachim Herrmann sagte: „München und Bayern verfügen über beste Voraussetzungen für kompakte Olympische und Paralympische Spiele mit höchster internationaler Strahlkraft. Dazu kommt ein starkes olympisches Erbe, moderne Sportstätten mit kurzen Wegen und eine weltweit anerkannte Wissenschaftslandschaft. Mit der Technischen Universität München als Exzellenz-Universität und höchst kompetenten Partnern im Bereich Sport zeigen wir eindrucksvoll, wie Spitzensport, Forschung und Innovation Hand in Hand gehen. Unser Ziel sind nachhaltige Spiele, die weit über den eigentlichen Wettkampf hinaus Impulse für Sport, Gesundheit und Gesellschaft setzen.“
Auch Oberbürgermeister Dominik Krause hob die besonderen Voraussetzungen Münchens für eine Olympiabewerbung hervor: „München bietet einzigartige Bedingungen für Olympische Sommerspiele. Unser olympisches Erbe von 1972, die internationale Strahlkraft unserer Stadt, die Erfahrung mit Großveranstaltungen und der breite Rückhalt der Menschen machen München zum idealen Standort für Olympia. München ist aber nicht nur Sportstadt, sondern auch führend im Bereich Wissenschaft und Forschung. Die Sportwissenschaft auf dem TUM Campus im Olympiapark ist deshalb eines der Highlights unserer Bewerbung. Dort verbinden sich Innovation und sportliche Praxis. Davon profitieren Spitzensport und Breitensport gleichermaßen.“
Michael Asbeck, Koordinator der Münchner Olympiabewerbung, erläuterte die Vision der Bewerbung. Dabei zeigte er auf, wie die Spiele Impulse für mehr Bewegung, moderne Sportinfrastruktur und eine langfristige Stärkung der Bewegungskultur in München und Bayern setzen sollen. Asbeck erklärte: „Eine Olympiabewerbung ist für uns weit mehr als die Ausrichtung eines internationalen Sportereignisses. Sie bietet die Chance, die Bewegungskultur in München und Bayern nachhaltig zu stärken und eine Brücke zwischen Breiten- und Spitzensport zu schlagen. Angesichts des rückläufigen Bewegungsverhaltens in unserer Gesellschaft besteht erheblicher Handlungsbedarf. Mit Investitionen in Schulen, Sportangebote im öffentlichen Raum und vielfältigen Bewegungsangeboten schaffen wir die Grundlage dafür, mehr Menschen für Sport zu begeistern – denn eine starke Spitze braucht eine starke Breite“.
Nachdem den Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Spitzensportverbände bereits am 18. Juni das Münchner Bewerbungskonzept im SAP Garden vorgestellt worden war, ging es am 21. Juli im Detail darum, wie unter dem Dach des Munich Performance & Innovation Hub in enger Kooperation mit dem Olympiastützpunkt Bayern wissenschaftliche Innovation, sportliche Praxis und Leistungsentwicklung zusammenwirken.
Prof. Dr. Karsten Köhler, Leiter der Professur für Bewegung, Ernährung und Gesundheit, stellte gemeinsam mit Volker Herrmann, Leiter des Olympiastützpunkts Bayern, das Ökosystem für Leistung, Gesundheit und Entwicklung vor. Beide zeigten auf, wie Wissenschaft und Spitzensport voneinander profitieren und innovative Forschung unmittelbar in die sportliche Praxis einfließt. „Mit dem Munich Performance & Innovation Hub schaffen wir einzigartige Voraussetzungen, um Wissenschaft und sportliche Praxis unter einem Dach zusammenzubringen“, betonte Prof. Köhler. „Unsere institutionelle Exzellenz und die enge Zusammenarbeit aller Partner ermöglichen einen nachhaltigen Wissenstransfer – von der Forschung in die Praxis und zurück. So entsteht ein Ökosystem, das Spitzensport, Wissenschaft und Innovation auf einzigartige Weise miteinander verbindet.“
Volker Herrmann ergänzte mit Blick auf die Vision der Münchner Olympiabewerbung: „Deutschland verfügt über hervorragende Voraussetzungen für sportlichen Erfolg – mit exzellenter Wissenschaft, hochqualifizierten Trainerinnen und Trainern sowie vielen talentierten Athletinnen und Athleten. Die Herausforderung besteht darin, dieses Wissen nachhaltig in die Praxis zu übertragen. Der Munich Performance & Innovation Hub kann dafür eine Blaupause sein und zeigen, wie Wissenschaft und Spitzensport langfristig noch enger zusammenwirken können. Wir müssen die Entwicklung in den Vordergrund stellen, um langfristig wieder erfolgreich sein zu können.“
Beim anschließenden Rundgang über den Campus erhielten die Teilnehmenden unter anderem Einblicke in die Themen Prävention, Trainings- und Grundlagenforschung, Technologie im Sport, Gehirngesundheit sowie Persönlichkeitsentwicklung im Leistungssport. Vorgestellt wurden beispielsweise innovative Verfahren der personalisierten Leistungsdiagnostik und der Sporttechnologie, mit denen sportartspezifische Bewegungen unter realitätsnahen Bedingungen analysiert werden können. Ebenso präsentierte das Department Health and Sport Sciences Forschungsansätze zur Gehirngesundheit im Sport, die dazu beitragen sollen, Belastungen besser zu erkennen und wirksame Präventionsmaßnahmen für Sportlerinnen und Sportler zu entwickeln.
Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die Eindrücke aus dem Rundgang aufgegriffen und ein Ausblick auf die weiteren Schritte der Münchner Olympiabewerbung gegeben. Anschließend nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum weiteren Austausch, bevor die Veranstaltung auf dem TUM Campus im Olympiapark ausklang. Gemeinsam mit der TUM wollen der Freistaat Bayern und die Landeshauptstadt München am Campus im Olympiapark die Weichen für eine mögliche Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 stellen – ein sportliches Ereignis, das die Stadt nachhaltig prägen wird.
Kontakt
Dean’s Office
TUM School of Medicine and Health
Department Health and Sport Sciences
Am Olympiacampus 11
80809 München
E-Mail: deans.office(at)mh.tum.de
Text: Paul Hellmich/Bastian Daneyko
Fotos: Andreas Heddergott/Maximilian Linsmeier/Bastian Daneyko