Insofern ist es im Kampf gegen Doping wichtig, neben Dopingkontrollen die Dopingprävention zu verstärken und möglichst viele Zielgruppen in die Aufklärungsarbeit einzubeziehen.
Der Lehrstuhl für Sport und Gesundheitsförderung der Fakultät für Sportwissenschaft der TU München engagiert sich bereits seit Jahren in der Dopingprävention. In Zusammenarbeit mit dem Vizepräsidenten des Bayerischen Sportärzteverbandes, Dr. Helmut Pabst, sowie Volker Laakmann von der Fa. PWC fand daher am 23. Juli auf dem TUM Campus im Olympiapark bereits das 4. Symposium rund um das Thema Dopingprävention statt.
Der Kenntnisstand von Sportlern über Doping ist noch vergleichsweise niedrig. Dadurch, so Dr. Christiane Peters, werden die mit Dopingmissbrauch verbundenen gesundheitlichen Risiken häufig unterschätzt und machen den großen Bedarf einer intensiven Aufklärung deutlich. Nach Einschätzung zahlreicher Sportmediziner hält die Information über die gesundheitlichen Nebenwirkungen von Dopingsubstanzen potentielle Dopingsünder am besten vom Missbrauch ab. Daher bietet die im Rahmen eines EU-Projektes vom Lehrstuhl für Sport und Gesundheitsförderung der TU München in Kooperation mit zahlreichen Europäischen Partnern entwickelte Internetplattform www.doping-prevention.de Europaweit detailliertes Hintergrundwissen zu diesem Thema an.
Neben der Koordination des Dopingkontrollsystems in Deutschland durch die Nationale Anti Doping-Agentur (NADA) steht die Aufklärung von Sportlern in den verschiedenen Testpools im Fokus der Dopingprävention. Dominic Müser, Mitarbeiter der NADA-Abteilung Dopingprävention, stellte die komplexe Präventionsstrategie vor. So werden auf Internetseiten der NADA wichtige Informationen für Athleten und Trainer bereit gestellt und die Elitesportschulen im Rahmen einer Deutschlandtour sogar aktiv vor Ort informiert. Darüber hinaus schärfen Diskussionsrunden mit Eltern die Aufmerksamkeit und verhindern es zum Beispiel, durch den Genuss verunreinigter Nahrungsergänzungsmittel in eine Dopingfalle zu treten.
Extreme Topleistungen sorgen in der Sportwelt nicht nur für Aufsehen, sondern sind häufig auch mit einer Skepsis verbunden, ob diese Leistungen menschlich überhaupt möglich sind. Professor Ulrich Hartmann von der Universität Leipzig nahm in seinem Vortrag die Leistungen von Usain Bolt und Michael Phelps näher unter die Lupe. In seiner beeindruckenden, trainingswissenschaftlichen Analyse zeigte er, dass insbesondere die hohe Schrittfrequenz und enorme Schrittlänge Bolt unter seinen Mitkonkurrenten hervorhebt. Die trotz vergleichsweise kleiner Einwohnerzahl große Anzahl Jamaikanischer Topsprinter lässt zudem muskelphysiologisch eine optimale, genetische Prädisposition der Insulaner für Schnelligkeitsleistungen vermuten. Diese, so Hartmann, erfordert jedoch zusätzlich auch eine enorme energetische Leistungsfähigkeit und ein darauf abgestimmtes Trainingsprogramm, welches vermutlich eher durch seine punktuelle Trainingsqualität als seinen Trainingsumfang besticht.
Annähernd 70 interessierte Zuhörer verfolgten die von Herrn Dr. Pabst moderierten Vorträge mit großem Interesse und stellten zahlreiche Fragen an die Referenten. Die engagierten Diskussionen mit dem Publikum belegten deutlich, dass Veranstaltungen dieser Art begrüßt werden und zur Aufklärung beitragen und motivieren die Organisatoren ihr großes Engagement im Kampf gegen Doping gemeinsam fortzusetzen.