„Glaubwürdigkeit als höchstes Gut!“ BMW Group Unternehmenssprecher Jörg Kottmeier zu Gast am Arbeitsbereich für Medien und Kommunikation
Arbeitsbereich für Medien und Kommunikation |
„Alles, was wir sagen, ist wahr. Aber wir sagen nicht alles, was wahr ist!“ Mit diesem Voltaire zugeschriebenen Zitat hat Jörg Kottmeier, Unternehmenssprecher für Konzernkommunikation sowie Politik-, Wirtschafts- und Finanzkommunikation der BMW Group, einen Leitgedanken der Öffentlichkeitsarbeit formuliert. Kottmeier war auf Einladung von Prof. Dr. Michael Schaffrath am 22. Juni 2026 Gastreferent im Modul „Sport-PR für Verbände, Vereine und Unternehmen“.
Vor den rund 30 Studierenden erläuterte der gelernte Journalist unter anderem, welche Eigenschaften und Kompetenzen man mitbringen müsse, um in der Kommunikationsbranche im Allgemeinen sowie in einer der PR-Abteilungen der BMW Group im Speziellen arbeiten zu können. Ein abgeschlossenes Hochschulstudium sei für den Großteil der Funktionen eine Grundvoraussetzung, wobei die Fachrichtung und auch der Abschluss, also ob Bachelor oder Master, immer von der konkreten Abteilung und dem jeweiligen Verantwortungs- und Aufgabenfeld abhänge.
Neben einem Studium empfiehlt Kottmeier dringend, schon früh journalistische Erfahrungen zu sammeln: „Praxiskompetenz ist für uns in der Kommunikation elementar. Also: Macht möglichst viele und auch lange Praktika bei Medien oder Agenturen!“ Denn nur, wer selbst die Denk- und Arbeitsweise von Journalistinnen und Journalisten kenne, könne sich als Mitarbeiter in einer PR- oder Kommunikationsabteilung in die Medienvertreter und deren Anforderungen und Bedürfnisse hineinversetzen.
Daher sei es auf jeden Fall zu begrüßen, wenn bereits an der Universität das Schreiben von Nachrichten oder Pressemitteilungen eingeübt werde. „Das ist eine Basiskompetenz im Journalismus und in der PR“, meint Kottmeier, der selbst früh als freier Journalist gearbeitet und auch einige Praktika absolviert hat.
Bei der Beantwortung journalistischer Fragen an die BMW Group sei es laut Kottmeier essenziell, fakten- und wahrheitsgetreu zu bleiben: „Glaubwürdigkeit ist das höchste Gut in der Unternehmenskommunikation.“ Außerdem sei eine „One-Voice-Kommunikation“ notwendig, die Kottmeier als Unternehmenssprecher durch enge Abstimmung mit anderen Kommunikationsabteilungen des Unternehmens im In- und Ausland sicherstellt.
Nur so lasse sich die gute Reputation eines Unternehmens langfristig bewahren. Natürlich müssten Kommunikatorinnen und Kommunikatoren vor allem in Krisen und in kritischen Situationen auch für das Unternehmen unangenehme Fakten ansprechen, jedoch seien falsche Aussagen gegenüber den Medien keine Option.
Kottmeier selbst hatte nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann bei Bertelsmann zunächst ein Volontariat beim Mindener Tagblatt absolviert, ehe er Diplom-Journalistik, Politik und Sport an der Ludwig-Maximilians-Universität und der TUM in München studierte. Nach acht Jahren als Journalist beim Sport-Informations-Dienst (sid) wechselte er 2002 zur BMW Group, leitete dort 16 Jahre die Abteilung Sportkommunikation und baute anschließend drei Jahre lang das BMW Group Media House auf. Seit 2021 ist er Unternehmenssprecher für Konzernkommunikation sowie Politik-, Wirtschafts- und Finanzkommunikation.
Als „Seitenwechsel vom Sportjournalismus zur Sportkommunikation in einem globalen Unternehmen“ beschreibt Kottmeier seinen Abschied vom sid und den Start beim weltweit tätigen Automobilhersteller mit Sitz in München. Der Reiz an der Tätigkeit als Unternehmenssprecher liege für Kottmeier vor allem auch in der „Unvorhersehbarkeit der täglichen Aufgaben“. Neben festen Meetings wisse man morgens oft nicht, welche kommunikativen Herausforderungen man über den Tag hinweg noch lösen müsse.
„Ein Nine-to-Five-Job ist das sicher nicht!“, sagt Kottmeier. Längere Arbeitstage seien ebenso keine Seltenheit wie Wochenendarbeit. „Denn auch wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, muss man immer in der Lage sein, zeitnah und professionell zu kommunizieren.“ Dafür nutzt man in der BMW Group diverse digitale Plattformen und Social-Media-Kanäle. Dennoch bleiben die klassischen Medien wie Zeitung, Radio und Fernsehen weiterhin „wichtige Transmissionsriemen“.
Kottmeier erklärt: „Wenn ein Dritter, also ein Medium, positiv über BMW berichtet, hat das für die Rezipienten einen anderen Charakter, als wenn wir positiv über uns selbst schreiben.“ Man müsse also die sogenannten alten und die neuen Medien nutzen und kanal- und zielgruppengerecht mit den wichtigen Informationen bespielen.
Text und Fotos: Maximilian Linsmeier