Praxisnahe Einblicke: Felix Loch zu Gast im Seminar „Sport-PR-Instrumente“
Arbeitsbereich für Medien und Kommunikation |
Felix Loch zählt seit vielen Jahren zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Wintersports. Der mehrfache Olympiasieger und Weltmeister im Rennrodeln überzeugt nicht nur durch seine sportlichen Erfolge, sondern auch durch seine authentische Art und seinen offenen Umgang mit den Medien. Auf Einladung von Prof. Dr. Michael Schaffrath und des wissenschaftlichen Mitarbeitenden Bastian Daneyko war der Berchtesgadener am Dienstag, den 30. Juni 2026, erneut zu Gast am TUM Campus im Olympiapark und stellte sich den Fragen der Studierenden.
Im Rahmen des Seminars „Sport-PR-Instrumente“ sprach Loch vor rund 30 Studierenden über die Bedeutung von Social Media im Spitzensport, den Umgang mit Öffentlichkeit und Sponsoren sowie die Herausforderungen zwischen Leistungssport und Privatleben. Die simulierte Pressekonferenz wurde von den Studierenden Amelie Vaubel und Malte Lührs moderiert. Währenddessen nutzten ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Informationen für ihre anschließenden Pressemitteilungen zu sammeln.
Zwischen Spitzensport und Markenbotschafter
Im Gespräch machte Felix Loch deutlich, dass Spitzensportler heute weit mehr sind als reine Athleten. Sie stehen als Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens im Fokus und repräsentieren zugleich ihr berufliches wie privates Umfeld. Entscheidend sei dabei vor allem der Faktor Authentizität: „Man muss sich mit seinem Content wohlfühlen“, betonte der Olympiasieger. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Lisa Loch, die die Kommunikations-Agentur „mia management“ leitet, plant und überprüft er seine Beiträge. Schließlich gelte die Faustregel: „Einmal im Netz, immer im Netz.“
Gelassener Umgang mit Kritik und Hass im Netz
Ein weiteres Thema war der Umgang mit Kritik und Hasskommentaren in den sozialen Medien. Loch berichtete, dass er bislang nur selten von Hasskommentaren betroffen gewesen sei. Gleichzeitig gehöre es für ihn dazu, zu eigenen Fehlern zu stehen und sachliche Kritik anzunehmen. „Kritik ist immer okay – aber auf einem gewissen Niveau und nicht unter der Gürtellinie“, erklärte der Rennrodler.
Auf konstruktive Kommentare gehe er gerne ein, persönliche Angriffe hingegen ignoriere er bewusst. Besonders bedauerlich sei, dass anonyme Beleidigungen für viele Sportlerinnen und Sportler mittlerweile zum Alltag gehörten. Vor allem jüngere Athletinnen und Athleten stünden häufig unter erheblichem Druck. Um sie besser zu schützen, könnten unter anderem die Filterfunktionen des Verbandes genutzt werden, sodass bestimmte Kommentare gar nicht erst angezeigt würden.
Nachwuchsarbeit und Zukunft des Rennrodelsports
Neben seiner aktiven Karriere engagiert sich Felix Loch auch für den Nachwuchs. Regelmäßig begleitet er Trainingseinheiten junger Rodlerinnen und Rodler und gibt seine Erfahrungen an die nächste Generation weiter. Um den Wintersport langfristig attraktiv zu halten, brauche es seiner Ansicht nach ein gesellschaftliches Umdenken sowie mehr Aufmerksamkeit für den Wintersport – idealerweise bereits im familiären Umfeld.
Positiv bewertet Loch die langfristige Aufnahme des Rennrodelns in das olympische Programm bis mindestens 2034. Gleichzeitig sei es wichtig, den Sport kontinuierlich weiterzuentwickeln und neue Zielgruppen für das Rennrodeln zu begeistern.
Erfahrungen, Ziele und ein Blick nach vorne
Zum Abschluss sprach Loch über seinen persönlichen Werdegang. Bereits im Alter von fünfeinhalb Jahren entdeckte er seine Begeisterung für den Rennrodelsport, geprägt durch seien Vater Norbert Loch, den ehemaliger Rennrodel-Bundestrainer. „Mit fünf Jahren Stand ich schon jede Woche an der Strecke“, so Loch. Rückblickend hätten ihn Niederlagen dabei ebenso geprägt wie seine zahlreichen Erfolge. Beide Erfahrungen hätten ihn zu dem Sportler gemacht, der er heute sei. Auch über seine aktive Karriere hinaus möchte Felix Loch dem Rennrodelsport verbunden bleiben und kann sich eine Tätigkeit als Trainer gut vorstellen.
Den Studierenden gab der Olympiasieger schließlich noch einen persönlichen Rat mit auf den Weg: „Habt Freude an dem, was ihr macht. Probiert euch aus, geht neue Wege und verlasst auch mal eure Komfortzone. Nur so könnt ihr euch weiterentwickeln und eure persönlichen Ziele erreichen.“
Text und Fotos: Lara Schieke