Wie können Menschen mit Demenz sinn- und freudvoll in die Entwicklung und Durchführung von Interventionen einbezogen werden? Ein kürzlich erschienener Artikel zeigt, wie dies im Bereich der sozialen Gesundheit gelingen kann.
Im Rahmen des Projekts CaResource entwickelten Dr. Doris Gebhard und Leonie Lang gemeinsam mit Menschen mit Demenz eine Intervention zur Förderung sozialer Gesundheit in der stationären Langzeitpflege. Das Besondere daran: Menschen mit Demenz waren nicht nur maßgeblich an der Entwicklung beteiligt, sondern gestalteten auch die Durchführung der Intervention aktiv mit, in der Rolle sogenannter Peer Hosts. Der Artikel beschreibt einen siebenstufigen Co-Creation-Prozess, zeigt auf, welches Maß an Partizipation in den einzelnen Schritten erreicht werden konnte, und präsentiert die daraus resultierenden Ergebnisse. Insgesamt waren 29 Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz aus drei Pflegeeinrichtungen in Bayern beteiligt. Gemeinsam entwickelten und implementierten sie zwölf Interventionseinheiten zu ihren persönlichen „Herzensthemen“. Die Intervention kombinierte peer-geleitete, ko-kreative und multisensorische Elemente und stellte persönliche Stärken, Gegenseitigkeit und geteilte Erfahrungen in den Mittelpunkt. Die Ergebnisse zeigen, dass Co-Creation mit Menschen mit Demenz nicht nur möglich ist, sondern Interventionen hervorbringen kann, die das Potenzial haben, soziale Beziehungen in der Langzeitpflege zu fördern. Der Artikel plädiert dafür, Menschen mit Demenz künftig verstärkt als aktive Akteurinnen und Akteure bei der Förderung sozialer Gesundheit und der Gestaltung ihres sozialen Umfeldes einzubeziehen.
Der Artikel ist frei verfügbar unter:
Gebhard, D., & Lang, L. (2026). Matters of the Heart: Co-Creating a Peer-Led Social Health Intervention for People Living with Dementia. Behavioral Sciences, 16(1), 9. https://doi.org/10.3390/bs16010009