Lernen braucht Bewegung - Fit & Clever in der Schule 2.0
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MitarbeiterinChristina Sitzberger |
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MitarbeiterinNicola Stöcker |
Das Projekt „Lernen braucht Bewegung – Fit & clever in der Schule 2.0" steht für ein ganzheitliches, wissenschaftlich fundiertes Modell schulischer Gesundheitsförderung, das Bewegung, Bildung und Persönlichkeitsentwicklung systematisch miteinander verbindet. Seit vielen Jahren wird das Programm erfolgreich im Berchtesgadener Land vom Arbeitsbereich Präventive Pädiatrie der Technischen Universität München unter der Leitung von Renate Oberhoffer und vor Ort von Tanja Postler umgesetzt.
Im Schuljahr 2024/2025 wurde das Programm strategisch weiterentwickelt und erstmals an Münchner Grundschulen erprobt und wissenschaftlich von Dr. Christina Sitzberger und Dr. Nicola Stöcker von der Angewandten Sportwissenschaft der TU München begleitet. Ziel war die Übertragung des bewährten Modells in den städtischen Kontext – ergänzt um neue Module, die Bewegungsmotivation und Alltagsintegration gezielt stärken. Zahlreiche Schulen haben seither teilgenommen und nachhaltige Impulse für eine bewegungsfreundliche Schulentwicklung erhalten.
In Kooperation mit dem kidsTUMove-Team vereint das Programm Bewegungsförderung, Gesundheitsbildung, wissenschaftliche Evaluation und schulische Prävention in einem integrierten Ansatz:
- Motorische Testung und aktive Bewegungsförderung der Schülerinnen und Schüler
- Bereitstellung von Bewegungsvideos, -karten und Materialien für aktive Pausen
- Gezielte Unterstützung von Lehrkräften mit praxisnahen Unterrichtsmaterialien zur langfristigen Implementierung
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den zweiten Klassen: Themen wie Sport, Bewegung, Gesundheit und Körperwissen wurden altersgerecht und praxisnah aufbereitet. Ergänzende Wissensmodule ließen sich flexibel in den Unterricht einbinden, darunter:
- Mein Körper – mein Herz – mein Motor
- Der Weg des Wassers in meinem Körper
- Gesundheitsbezogene Bewegungs- und Lernmodule zu Körperwahrnehmung, Fitness und Prävention
Diese Module verbinden kognitive Lernprozesse mit Bewegung und fördern ein frühes Verständnis von Gesundheit als Teil des eigenen Lebensstils.
Ein zentrales Element des Programms sind die Bewegungs- und Aktionstage an den Grundschulen. In einem vielseitigen Programm mit koordinativen, konditionellen und sportartspezifischen Stationen entsteht ein erlebnisorientierter Zugang zu Sport und Bewegung: Die Kinder probieren sich aus, entdecken eigene Stärken und entwickeln Freude an Bewegung – im Klassenverband und in gemeinschaftlicher Atmosphäre.
Ein besonderes Beispiel ist der Aktionstag „Stark und Mutig" an der Guardini-Grundschule. Spielerisch wurden die Zweitklässlerinnen und Zweitklässler an Themen wie Selbstbehauptung, Selbstvertrauen und Selbstverteidigung herangeführt. Im Mittelpunkt standen Übungen zu Haltung, Klarheit, Abgrenzung und Deeskalation – nicht Konfrontation, sondern Mut, innere Stärke und Selbstwirksamkeit. Die Kinder lernten, wie Körperspannung, Standfestigkeit und gezielte Bewegungen zur Selbstsicherheit beitragen – und stärkten dabei nicht nur körperliche Kompetenzen, sondern auch soziale Fähigkeiten, Resilienz und Empathie.
„Fit & clever 2.0" steht exemplarisch für die Verbindung von Wissenschaft, schulischer Praxis und Gesundheitsförderung. Die Einbindung von Studierenden der Gesundheits- und Sportwissenschaften sowie des Lehramts ermöglicht eine wissenschaftlich fundierte Umsetzung, bei der Bewegung nicht als Zusatzangebot, sondern als integraler Bestandteil von Bildung verstanden wird. Gleichzeitig profitieren die Studierenden durch praxisnahe Lehr-Lern-Formate, die Theorie und Anwendung sinnvoll miteinander verknüpfen.
Das Projekt zeigt, wie Schulen durch gezielte Unterstützung zu bewegungsfreundlichen Lernorten werden können – Orte, an denen Gesundheit, Lernen und Persönlichkeitsentwicklung zusammengebracht werden. So entsteht ein nachhaltiges Modell schulischer Gesundheitsförderung, das Kinder frühzeitig stärkt, Bildung ganzheitlich versteht und Bewegung als Schlüssel für Lernen, Selbstvertrauen und Lebenskompetenz etabliert.