Forschungsprofil
Der Lehrstuhl für Experimentelle Trainingswissenschaft befasst sich mit der Entwicklung und Anwendung innovativer experimenteller Methoden zur gezielten Analyse von Belastungsprofilen und Trainingsprogrammen. Ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf dem Einsatz moderner Wearable-Technologien, intelligenter Sensorsysteme und digitaler Biomarker, um trainingsinduzierte biologische Anpassungen hochauflösend, kontinuierlich und alltagsnah zu erfassen.
Ziel unserer Forschung ist es, die Mechanismen trainingsinduzierter Anpassungen detailliert zu verstehen und Trainingsprozesse auf Basis klar definierter Dosis-Wirkungs-Beziehungen weiter zu individualisieren und zu personalisieren. Durch den integrativen Einsatz von Wearables ermöglichen wir eine objektive, dynamische und kontextabhängige Steuerung von Trainingsbelastungen – sowohl im Leistungs- als auch im Gesundheitskontext.
Ergänzend kommen Methoden der Sportspiel- und Wettkampfanalyse zum Einsatz, die mit sensorgestützten Daten verknüpft werden, um sportartspezifische Leistungsanforderungen, Belastungsprofile und leistungsrelevante Kontextfaktoren systematisch zu erfassen. Die Kombination aus experimentellen Trainingsinterventionen und digitalen Messsystemen erlaubt es uns, Trainingsprozesse präziser, effizienter und translational anschlussfähig zu gestalten.
Die Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Mechanistische Untersuchungen spezifisch definierter Trainingsprogramme unter Nutzung von Wearables, Sensorsystemen und digitalen Biomarkern zur Maximierung biologischer Adaptationen.
- Entwicklung, Validierung und Anwendung technologiebasierter Mess- und Steuerungskonzepte für Training und Belastung in Sport, Prävention und Therapie.
- Translation dieser Konzepte in praxisnahe Trainings- und Interventionsprogramme, einschließlich integrativer Ansätze wie Ernährungsberatung und psychologischer Interventionen, für klar definierte Zielgruppen.
Unsere Projekte sind in internationale und interdisziplinäre Netzwerke eingebettet und werden in enger Zusammenarbeit mit akademischen, klinischen und praxisnahen Partnern (z. B. Sportverbänden) umgesetzt. Unsere Untersuchungen umfassen sowohl gesunde Personen aller Alters- und Geschlechtsgruppen als auch klinische Populationen, darunter Menschen mit metabolischen, kardiovaskulären, onkologischen und neuroentwicklungsbedingten Erkrankungen. Parallel bearbeiten wir leistungsorientierte Fragestellungen im Hochleistungs- und Nachwuchssport. Durch die Nutzung und Entwicklung technologischer Innovationen zur Erfassung, Analyse und Steuerung von Trainingsprozessen, haben wir nicht nur Zugang zu klassischen sportwissenschaftlichen Förderlinien (z. B. BISp, Horizon Europe), sondern auch zu technologie- und innovationsgetriebenen Programmen in den Bereichen Mikroelektronik und digitale Gesundheit (z. B. Chips JU) sowie zu strategischen Kooperationen mit Industriepartnern.