Profil - Lehrstuhl für Epidemiologie
Erforschung und Evaluation qualitativ hochwertiger Evidenz zur Verbesserung der Prävention in der Bevölkerung
Der Lehrstuhl für Epidemiologie forscht in den Bereichen Epidemiologie, Biostatistik und Versorgungsforschung sowie zu Women's Health, Global Cancer und Global Health. Die Prävention chronischer Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes ist ein zentrales Ziel. Dazu führen wir randomisierte Interventionsstudien, Kohortenstudien, Fall-Kontroll-Studien und Querschnittsstudien durch.
Ein weiterer methodischer Schwerpunkt liegt auf der Analyse großer Datensätze, insbesondere bevölkerungsbezogener und klinischer Krebsregisterdaten sowie weiterer Sekundärdaten aus der Krankenversorgung und amtlichen Statistiken. Zur kritischen Bewertung wissenschaftlicher Evidenz setzen wir systematische Literaturreviews, Metaanalysen und gepoolte Reanalysen ein.
In unseren Lehrveranstaltungen vermitteln wir Grundlagen ebenso wie weiterführende Inhalte der Epidemiologie und Biostatistik, mit besonderem Fokus auf moderne epidemiologische und statistische Methoden.
Aktuelle Projekte
Derzeit führen wir folgende Projekte am Lehrstuhl für Epidemiologie durch:
Das Projekt zum Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die Gesundheitsversorgung von chronisch kranken Patientinnen und Patienten (ChroVID) untersucht die Auswirkungen der Pandemie auf die Inzidenz von Diabetes, koronaren Herzkrankheiten und Krebserkrankungen sowie die Versorgung bayerischer Patientinnen und Patienten mit diesen Erkrankungen.
Im Projekt Machine-Learning-Methoden für Conditional Logistic Regression (ML-CLR) werden neue Machine-Learning-Methoden für die Analyse gematchter Fall-Kontroll-Studien sowie diskreter Entscheidungsdaten entwickelt und angewendet.
Das Projekt zur HPV-Impfung in Bayern: Trends, Determinanten und Auswirkungen auf präkanzeröse Läsionen, Zervixkarzinome und Genitalwarzen (BAY-HPV) umfasst eine detaillierte Analyse der HPV-Impfquoten und ihrer Auswirkungen in Bayern, wobei sowohl die Verbreitung als auch die Effekte der Impfung untersucht werden.
Das Projekt TRACE-D – Tracking Real-world Adherence in Cervical Screening in Deutschland – untersucht anhand bundesweiter Programm- und Sekundärdaten des organisierten Zervixkarzinom-Screenings, wie Screeningbefunde im Versorgungsalltag abgeklärt und weiterverfolgt werden. Dabei werden alters- und regionsspezifische Unterschiede in der Adhärenz zu Abklärungsleitlinien sowie deren Zusammenhang mit diagnostischen und histologischen Outcomes analysiert.
Die multizentrische Analyse zu Behandlungsunterschieden bei gynäkologischen Tumoren (COMPACT) hat zum Ziel, Variationen in der Versorgung in Deutschland je nach Tumorstadium, Alter und Region systematisch zu erfassen. Ebenso sollen die zeitliche Entwicklung der Behandlungen und die Unterschiede bei den Behandlungsentscheidungen analysiert werden.
Im OLDI-Projekt zu systematischen Literaturreviews und Metaanalysen zur weltweiten HPV-Prävalenz, Screeningteilnahme und Zervixkarzinominzidenz bei älteren Frauen ist das Ziel, eine zusammenfassende Bewertung der globalen Evidenz für Frauen über 50 Jahre auf Grundlage der veröffentlichten Literatur zu erstellen.
Das Projekt HelmSys – Einfluss von Helmintheninfektionen auf die Wirksamkeit von Impfungen weltweit – untersucht, wie Helmintheninfektionen die Immunogenität, Wirksamkeit und Effektivität verschiedener Impfstoffe bei Kindern und Erwachsenen beeinflussen. Zudem wird analysiert, welchen Effekt antihelminthische Behandlungen auf diese Impfantworten haben.
Die Fall-Kontroll-Studie zur Häufigkeit der Teilnahme an der Krebsfrüherkennung und zur Qualität der Zytologie (TeQaZ) untersucht Einflussfaktoren auf die Teilnahme an Screeningprogrammen sowie deren diagnostische Qualität. Des Weiteren werden Fälle und Kontrollen auch hinsichtlich weiterer Risikofaktoren verglichen.
Die randomisierte bevölkerungsbezogene Kohortenstudie zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs MARZY evaluiert Strategien zur Steigerung der Teilnahme an der Krebsvorsorge und untersucht die HPV-Prävalenz sowie zytologische Veränderungen bei Frauen in Deutschland.
Weiterführende Informationen zu den aktuellen sowie zu bereits abgeschlossenen Projekten finden Sie unter Forschungsprojekte.