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Professur für Sportgeräte und Sportmaterialien veröffentlicht Aufsatz im Journal „Psychology of Sport & Exercise“
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Die Forschungsergebnisse wurden nun im Journal „Psychology of Sport & Exercise“ unter dem Titel „Achievement motive, autonomous motivation, and attendance at fitness center: A longitudinal prospective study“ veröffentlicht. Die Fachzeitschrift hat einen Impact Faktor von 2,819.
„Wir haben bereits durch andere Studien beobachten können, dass die sogenannte ‚Drop-Out-Quote‘ bei Fitnessstudios in den letzten Jahren sehr hoch war“, erklärt Philipp Moritz Kopp, Erstautor der Publikation und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Sportgeräte und Sportmaterialien. „Daher wollten wir untersuchen, welchen Einfluss unter anderem die individuellen Motivdispositionen haben, nachdem bislang kaum jemand diesem intrapsychischen Phänomen in langfristigen Studiendesigns nachgegangen ist.“
Das Forschungsprojekt wurde dementsprechend als multizentrische Längsschnittstudie in Zusammenarbeit mit 16 verschiedenen Fitnessstudios in Deutschland durchgeführt. Die Gesamtstudie lief von August 2016 bis September 2017, wobei jede_r Proband_in einen Untersuchungszeitraum von 30 Wochen durchlief, in dem es vier verschiedene Messzeitpunkte gab. Proband_innen waren Personen, die sich gerade als neues Mitglied in einem Fitnessstudio angemeldet hatten. Insgesamt 229 Teilnehmer_innen nahmen zu Beginn an der ersten Umfrage teil, am Ende durchliefen 149 davon alle vier Messungen.
Dabei wurden psychologische Variablen sowie die Anwesenheit im Fitnessstudio in der ersten, vierten, 15. und 30. Woche nach Beginn der Mitgliedschaft bewertet. Verwendet wurden dafür zwei Motivationstheorien. Zum einen wurde die „Achievement Motive Theory“, also die Theorie des Leistungsmotivs, angewandt, die davon ausgeht, dass Menschen ein natürliches Bedürfnis haben, bei verschiedenen Tätigkeiten ein hohes Maß an Erfolg zu erreichen. Zum anderen kam die „Self-determination Theory“, also die Selbstbestimmungstheorie, zum Einsatz, die die Bedeutung der Qualität der Motivation zur Teilnahme an Verhaltensweisen wie zum Beispiel körperlicher Aktivität und Sport betont.
Das implizite Leistungsmotiv wurde anhand der computerbasierten Methode der „Picture Story Exercise“ gemessen, die ihre Wurzeln im Thematischen Apperzeptionstest hat. Dabei bekamen die Teilnehmer_innen fünf häufig verwendete, allerdings kontextbezogene Bilder gezeigt, um zunächst unbewusste, implizite Motive anzuregen, um auf Basis dessen eine fantasievolle Geschichte über die dargestellte Szene schreiben.
Das explizite Leistungsmotiv und die Übungsmotivationen wurden wiederum mit Fragebögen gemessen. Die Anwesenheit im Fitnessstudio wurde via Selbstauskünfte erhoben, zusätzlich jedoch auch elektronisch erfasst.
„Es handelte sich hierbei um die erste langfristige Studie unter tatsächlichen und realen Bedingungen“, so Kopp. „Wir wollten unter anderem untersuchen, inwiefern sich die subjektive von der objektiven Partizipation unterscheidet. Und unsere Hypothese hat sich dabei bestätigt, denn die Teilnehmer/innen haben sich im Hinblick auf ihre tatsächlichen Besuche in den Fitnessstudios eindeutig und signifikant überschätzt.“
„Dieses Promotionsprojekt von Philipp Kopp zielt auf den Bereich des Feedbacks ab“, ordnet Prof. Senner die Studie abschließend ein. „Anhand der Ergebnisse wollen wir nun schauen, wie beispielsweise ein Fitnessgerät selbst in Zukunft den Trainierenden im Anschluss an die Bewegungsausführung eine direkte Rückmeldung geben kann. Dadurch erhoffen wir uns den positiven Effekt, dass die Personen aufgrund des positiven Feedbacks länger motiviert bleiben und dementsprechend auch langfristig die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio aufrechterhalten.“
Neben der Publikation im Journal „Psychology of Sport & Exercise“ wurden weitere Forschungsergebnisse im Mai 2020 auch im Journal „Sport, Exercise, and Performance Psychology“ unter dem Titel „Regular Exercise Participation and Volitional Competencies“ veröffentlicht. Schwerpunkt der Publikation waren volitionale, also willentliche Determinanten in Relation zur Sportpartizipation.
Zur Publikation „Achievement motive, autonomous motivation, and attendance at fitness center: A longitudinal prospective study“ im Journal “Psychology of Sport & Exercise”
Zur Homepage der Professur für Sportgeräte und Sportmaterialien
Kontakt:
Prof. Dr.-Ing Dipl.-Sportl. Veit Senner
Professur für Sportgeräte und Sportmaterialien
Boltzmannstr. 15
85748 Garching b. München
Telefon: 089 289 15364
E-Mail: senner(at)tum.de
Philipp Moritz Kopp
Professur für Sportgeräte und Sportmaterialien
Boltzmannstr. 15
85748 Garching b. München
Telefon: 089 289 15380
E-Mail: pm.kopp(at)tum.de
Text: Romy Schwaiger
Fotos: „Psychology of Sport & Exercise“/privat


